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[Review] City & Colour stellte „If I Should Go Before You“ in Berlin vor

9. März 2016

City & Colour + Lucy Rose
10. Februar 2016 – Berlin, Huxley’s Neue Welt

City & Colour live @ Huxley's Neue Welt, Berlin, 10/02/16 (CC-BY-NC-SA)

City & Colour live @ Huxley’s Neue Welt, Berlin, 10/02/16 (CC-BY-NC-SA)

Wenn man möchte, kann man sicherlich etwas in die neue Aufstellung von Dallas Green und seinen Mitmusikern auf der Bühne hineininterpretieren. Klangen City & Colour doch beim letzten hervorragenden Auftritt an gleicher Stelle schon nach einer Blues-Band und nicht nach dem Songwriter, der sich begleiten lässt. Da liegt es nahe, Blickkontakt zu suchen, wenn man sich in Jams verliert. Allerdings: Mit Jams ist an diesem – wieder sehr gelungenen Abend – nicht viel.

Dallas steht nicht zwischen seinen Kollegen an E-Gitarre und Bass, sondern links eingerückt. Sein Stativ erlaubt mit einer Drehung nach Rechts den Blick auf’s Publikum. Links schaut er auf seine Rhythmusgruppe. Damit ist er noch einmal exponierter und hat darüber hinaus Bewegungsspielraum. Aber das sind alles Oberflächlichkeiten (wie auch die wirklich hübschen Lichterketten, die sich durch Backdrop ziehen), die in diesen knapp zwei Stunden völlig in den Hintergrund treten. Die Band tritt auf dieser Tour erstmals mit Songs ihres teilweise gemeinsam entstandenen Album If I Should Go Before You auf. Darauf gelingt es ihnen, die Dynamik und die vielen Facetten ihres Zusammenspiels, die sie auch den alten, ursprünglich nur mit Akustik-Gitarre instrumentierten Stücken entlocken, einzufangen.

Das Album, das mit dem neunminütigen, fast meditativen Woman beginnt, ist deshalb eines der besten des letzten Jahres in der Schnittmenge von Rock, Pop und Blues, ohne in zu seichte Fahrwasser abzudriften. So beginnt dann auch das Konzert mit dieser sich langsam entfaltenden Kontemplation in Blues. Erwartungsgemäß tragen auch alle anderen neuen Songs diesen Abend. So weit sogar, dass Green sogar auf Klassiker wie Coming Home oder Bury Me In A Box verzichtet – nicht ohne wieder einen kleinen Monolog darüber zu führen, was sich für ein Publikum auf einem Rock-Konzert schickt und was nicht, Stichwort Songwünsche. Es sind Szenen wie diese, die dafür sorgen, dass man Dallas Green trotz dieses fantastischen Konzerts etwas zwiegespalten gegenüber steht: Die Menschen lieben Deine Songs, freu Dich doch drüber, Mann!

Die Setlist findet Ihr hier bei setlist.fm.

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