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[Review] Portugal. The Man und Okta Logue spielten im Berliner Astra

9. Oktober 2013

Portugal. the Man + Okta Logue
20. September 2013 – Berlin, Astra

20 Monate sind vergangen seit Portugal. The Man das letzte Mal in der Stadt waren. Das ist für die Band aus Portland unnatürlich lange, gab es doch Jahre, in denen die Band drei bis vier Mal auf Berliner Bühnen zu sehen war. Wer auch immer dann diese beiden Bands zusammen gebucht hat, darf sich ein Blümchen ans Revers stecken. Die Amerikaner vermixen ohnehin alle gitarristischen Einflüsse seit den 60er Jahren mit ihren hohen Stimmen und Okta Logue aus Darmstadt Rock City erweisen sich als wunderbares transatlantisches Pendant. Allerdings mit deutlich längeren Songs. Und deutlich unmissverständlicheren Anleihen bei den Granden der Rock-Musik. Wenn die Visions einer Band aus dem Nichts eine Cover-Story widmet, darf man schon mal skeptisch werden, aber bei Okta Logue steckt neben der Leidenschaft und musikalischen Fertigkeit auch ein geschickter Griff ins Lick-Lehrbuch hinter dem gefeierten Auftritt als Support.

Wer wurde denn schon mal als Vorband für Songs beklatscht, die eine Viertelstunde und länger dauern? Oder sind das drei Lieder, die nur ineinander übergreifen? Ist letztlich auch egal, weil Jon Lord und eine ganze Reihe von Gitarren-Koryphäen im Raum schweben. Stellt sich nur die Frage, ob das hippe Publikum deshalb klatscht oder weil dieses freaky Zusammenspiel in einer Band mit echten Instrumenten so vintage ist. Einzig die Single Let Go fällt doch merklich ab mit ihren albernen Huhu-Chören. Aber davon abgesehen scheint das Quartett jederzeit gut für ein Trip in die Vergangenheit. Dass Portugal. The Man dem auch nicht abgeneigt gegenüberstehen, spiegelt einmal mehr die Setlist und das Band-Set-Up wieder. Natürlich gibt es Orgeln und Keys en masse, aber die Elektronik-Spielereien des aktuellen, von Danger Mouse produzierten Albums Evil Friends halten sich in Grenzen.

Neben dem Etta James Song I’d Rather Go Blind kurz vor Schluss haben sich auch Beatles-Reminiszenzen in Form von Helter Skelter und den Chören von Hey Jude in die Zugabe eingeschlichen (Habe ich die Huhu’s gerade albern genannt?). Und selbst der Aufbau der Setlist erinnert an Vinyl-Spielereien aus vergangenen Zeiten. Purple Yellow Red And Blue hat sich nicht nur zum veritablen Hit gemausert, sondern bildet als Opener und als Reprise vor den Zugaben den Rahmen, in dem sich fast schon erschreckend viele Ohrwürmer tummeln. Da kann man sich bei einem eben jener Songs schon mal verschlunzen wie Sänger John, der spontan vergisst, wann der Refrain in So American einsetzt. Nicht nur, dass man ihn in den wabernden Bildern, die der Projektor auf die Bühne wirft, kaum erkennt, die Beleuchtung aus dem Bühnenhintergrund tut ihr Übriges und strahlt ins Publikum. Sie werden wohl nur kurz gegrinst haben. So jedenfalls geht es den Menschen, die nach zwei beglückenden Bands das Astra verlassen.

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