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[Review] PUP blasen Modern Baseball und Three Man Cannon im Cassiopeia an die Wand

7. Juni 2016

Modern Baseball + PUP + Three Man Cannon
19. April 2016 – Berlin, Cassiopeia

Unglaublich, dass das schon wieder sechs Wochen her ist, dass Modern Baseball und PUP auf Europa-Tour waren. Jetzt, wo aber beide Alben der hoch gehandelten Lieblinge draußen sind, lohnt sich noch einmal der Blick zurück. Den Anfang machen an jenem Abend jedoch Three Man Cannon aus Philadelphia. Der schluffige Sound mit seinen Twang-Melodien, der zwischen ruhigen Sonic Youth, unsauberen R.E.M. und unverzerrten Dinosaur Jr. zu Hause ist, weiß zwar zu gefallen, doch ist er mit den anderen beiden Bands des Abends schwierig in Einklang zu bringen.

Was dann folgt, lässt nur eine Frage zu: Wann gehen PUP in Deutschland endlich durch die Decke? Unfassbar, dass diese Band, deren brillant-energisches Debütalbum 2014 hierzulande so gut wie gar nicht betourt wurde, nicht in jedem Festival-Line-Up zwischen Groezrock und Reeperbahn-Festival auftaucht. Das heißt, auf ersterem waren sie in diesem Jahr zu Gast, letzteres spielen sie im September. Dennoch: die Sommer-Festivals härterer Spielart würden dem Garagen-Punk-Quartett aus Toronto zu Füßen liegen. Buchstäblich. Im Matsch des Circle Pits. LP #2 The Dream Is Over ist gerade bei SideOneDummy erschienen und treibt die Abriss-Group-Shouts auf die Spitze, etwas zu Lasten der fast schon poppigen Eingängigkeit des Debüts. Mit If This Tour Doesn’t Kill You, I Will, DVP und Doubts finden drei neue Songs Eingang in die knapp 40 Minuten Brett. Fügt sich zusammen, wie ein Baumhaus. Und wenn das getragene Pine Point von der neuen Platte live so heavy kommt wie Yukon an diesem Abend, dann gnade allen Bands, die nicht 100% auf der Bühne geben, das kanadische Viergestirn. Glatte 1.

Das wird Modern Baseball nämlich bereits zum Verhängnis. Die demonstrativ laxen Schlackse sind zwar anfangs sympathisch wie immer, aber sie lassen Zug vermissen, blödeln albern und unpointiert, anstatt sich in ihre tollen Melodien und Harmonien fallen zu lassen. Als die Reaktionen an einer Stelle in der Mitte des Sets nicht erwünscht enthusiastisch ausfallen, heißt es lachend „This is so Germany“ und im Publikum schaut man verduzt. Einer Bringschuld ist sich hier niemand bewusst, auch Modern Baseball (leider) nicht. Mit der Konsequenz, dass sie nach schon 50 Minuten trotz großen Abschlussapplauses ein bisschen wie Verlierer von der Bühne gehen und sich zu keiner Zugabe bewegen lassen wollen. Einen Monat später wissen wir, welch großartige Songs vom neuen Album Holy Ghosts (Stream) die vier Jungs aus Maryland noch im Gepäck gehabt hätten. Irgendwie blöd, dass PUP vorher ein Energielevel an den Tag legen, der alles anderes nur noch lahm erscheinen lässt. Moose Blood können sich schon mal warmspielen, um nicht unterzugehen. In deren Vorprogramm kommen nämlich PUP im September nach Europa.

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