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[Review] Into It. Over It. – „Standards“

28. April 2016
Into It. Over It. - "Standards" (Triple Crown Records / Brace Yourself / Indigo / VÖ: 11.03.16 dig.; 29.04.16 CD/LP)

Into It. Over It. – „Standards“ (Triple Crown Records / Brace Yourself / Indigo / VÖ: 11.03.16 dig.; 29.04.16 CD/LP)

Evan Weiss ist ein dermaßen sympathischer Typ. Kein Wunder, dass alle mit ihm touren wollen. Auch klar, dass er langsam in der Position ist, die bei anderen Musikern Freude hervorruft, wenn er diese fragt, ob sie mit ihm spielen wollen. Seine Projekte Pet Symmetry und Their / They’re / There liegen aber erst mal brach, so lange sein Haupt-, und man muss sagen: ehemaliges Solo-Projekt, das längst zu einer Band gewachsen ist, im Fokus steht. Einer Band unter seiner Spielmacher-Rolle, versteht sich. Standards ist das dritte Album von Into It. Over It. Und es fängt vielleicht bislang am besten ein, wo Weiss zu Hause ist.

Die Rede ist nicht von Chicago, sondern von einer Symbiose aus emo-infizierter Songwriter-Musik und Post-Hardcore, der für so viele Freunde handgemachter Gitarrenmusik anschlussfähig ist. Es ist noch nicht lange her, dass Weiss begonnen hat unter dem Banner von Into It. Over It. mit einer Live-Band zu touren. Wie sehr sie sein Songwriting beeinflusst hat, zeigt, dass eigentlich nur zwei Songs auf Standards als Solo-Nummern vorstellbar sind. Open Casket und The Circle Of The Same Ideas nämlich, die als erster und zwölfter Song eine akustische Klammer um das Album bilden. Das heißt nicht, dass dazwischen jeder Track in die Vollen geht. Das bitter-traurige Your Lasting Image wäre so viel weniger eindrücklich ohne seinen Hall auf der Gitarre und die sachten Keyboards im Hintergrund. Bible Black braucht seine seltsame Hawaii-Trommel, Anesthetic seine Jazz Drums.

Abgesehen von diesen gelungenen ruhigeren Songs hat Weiss – wieder mal – einige der besten Pop-Songs des Jahres geschrieben. „And for the first time in a long time I haven’t had to search for the words“ singt er in Closing Argument und den befreienden Schwung nimmt Standards mit. No EQ streitet sich mit Adult Contempt um die nervöseste Schlagzeug-Spur seit Langem, liegt mit der Zeile „My aching brain / doesn’t process things the same“ aber weit vorne auf der Liebste-Ausreden-Skala. Vis Major hat mit „Loud And Clear / Loud And Clear“ die schönste Mitsing-Melodie, mit dem Finger in die Luft! Da ist es ganz gut, dass er uns nicht überschnappen lässt, wenn er im oben genannten Your Lasting Image klagt: „I can’t remember your touch.“ Standards ist vielleicht kein Epoche machendes Album, aber schon nach wenigen Durchläufen ein liebgewonnener Freund, den man in jeder Lage ansprechen kann.

Nach dem physischen Release am 29. April und vor ihrem UK-Trip im Mai spielen Into It. Over It. ein paar Konzerte auf dem Kontinent. Standards streamt via bandcamp in voller Länge.

(digitales Muster)

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