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[Review] The Tallest Man On Earth live in Paris

11. November 2015

The Tallest Man On Earth
18. Oktober 2015 – Paris, Le Bataclan

The Tallest Man On Earth live @ Le Bataclan, Paris, 17/10/2015 (CC-BY-NC-SA)

The Tallest Man On Earth live @ Le Bataclan, Paris, 17/10/2015 (CC-BY-NC-SA)

„Sorry for not speaking French. I don’t know it. But you don’t know Swedish, so…“ – wenn hier alle Bands das Klischee von den Fremdsprachen verabscheuenden Franzosen raushauen, dann danke. Durch einen Zufall hat es mich nach Paris verschlagen und weil The Tallest Man On Earth auf der Europa-Tour gerade Halt im schönen Bataclan-Theater machen, schaue ich vorbei. Man lernt, dass dies die größte Show ist, die der Schwede bislang in Paris gespielt hat (was so auch für die wenigen Deutschland-Termine ein paar Tage zuvor gelten dürfte) und vor allem, dass das Publikum zu einem guten Teil ohnehin gar nicht aus Frankreich kommt, so viel amerikanischer Dialekt fliegt ums Ohr.

Man lehnt sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man davon ausgeht, dass sein jüngstes Album Dark Bird Is Home auch sein erfolgreichstes sein dürfte. Auf seinen ausgedehnten Amerika-Tourneen findet er (allen Dokumentationen zufolge, die man im Netz findet) mit seinem Fingerpicking direkt an populäre Neo-Folker und Country-Ikonen Anschluss. Und in Berlin zumindest konnte man den Plakaten zur Album-VÖ kaum ausweichen. Allerdings hat mir persönlich die unsäglich aufdringliche Pedal-Steel im Titeltrack so sehr zugesetzt, dass ich das Album monatelang nicht angefasst habe.

Kristian Matsson aka The Tallest Man On Earth live @ Le Bataclan, Paris, 17/10/2015 (CC-BY-NC-SA)

Kristian Matsson aka The Tallest Man On Earth live @ Le Bataclan, Paris, 17/10/2015 (CC-BY-NC-SA)

Was soll ich sagen: Mein Lieblingslied wird Sagres nicht mehr. Am Ende des für seine Verhältnisse wirklich langen, 100-minütigen Konzertes überwiegen die Freude über Matssons Bühnenpräsenz und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten an der Gitarre sowie sein Songwriting. Mit Geige und Saxophon hat er sich zwar auch zwei Kitschkleber ins Ensemble geholt, aber der Band gelingt es im Großen und Ganzen nicht zu überziehen. 1904 vom Vorgänger There’s No Leaving Now ist ein wirklich gelungenes Beispiel für ein gewinnbringendes Arrangement. Die Tatsache jedoch, dass der größte Jubel immer dann aufbrandet, wenn Matsson seine Lieder auf der Bühne allein anspielt, spricht Bände darüber, was es wirklich braucht, um diese Lieder zu spielen. Ein DADGAD-Tuning und die quäkig-eigenständige Stimme des kleinen, großen Mannes nämlich.

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