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[Interview] 20 Jahre Beatsteaks – Thomas Götz: „Fresse halten, Schlagzeug spielen!“

16. Juni 2015
Beatsteaks-Drummer, Quoten-Schwabe, DIY-Labelkopf: Thomas Götz

Beatsteaks-Drummer, DIY-Labelkopf, Qutenschwabe: Thomas Götz

30. Mai 2015, Warschau. Vor vier Jahren haben wir uns schon mal hier getroffen. In der Zwischenzeit sind nicht nur die rundherum liegenden Gebäude eines Studentenwohnheims komplett renoviert worden. Die Beatsteaks befinden sich mittlerweile im 20. Jahr ihres Bestehens und genau das ist der Anlass für unser kleines Interview. Zwei Tage zuvor haben sie beim Tourstart in Prag mit knapp zweieinhalb Stunden ein unglaublich spielfreudiges Set rausgehauen. Am Abend werden sie im Proxima ein Publikum mit deutlich weniger Mitgereisten Fans aus Deutschland aufwirbeln. Vorher nimmt sich Thomas für ein Interview Zeit.

20 Jahre Beatsteaks – wie alt fühlt ihr euch?

Thomas: Kein Jahr jünger (lacht). Ich weiß auch nicht, ich bin ja später dazugekommen. Ich darf nur halb mitfeiern.

So’n Quatsch. Ihr habt an den Anfang vom Sommer die kleinen Clubshows im In- und Ausland gesetzt. Danach kommen gleich die großen Festivals, teilweise auch weiter weg, aber keine große Auslandstour. Werdet Ihr im Alter heimatverbundener?

Nee, wir haben uns einfach nur überlegt, wo wollen wir spielen? Wir wollte gerne die Highlights spielen zum 20-Jährigen. Und zu den Highlights gehört, dass wir einmal am Kottbusser Tor im Monarch spielen wollten. Und in London im Koko. Das Paradiso war auch so geil damals. So haben wir uns einen Sommer gebastelt, der uns, glaub ich, ganz viel Spaß machen wird. Wir wollten nur unseren Geburtstag feiern, überall da, wo wir gerne waren. Oder wir gerne mal sein wollen würden gerne mal wollen tun. Ja.

Du hast den Monarch schon erwähnt. Das war der Hammer.

Ja, ein super Abend.

Ihr habt Berlin noch den Magnet geschenkt. Wir hielten das alle für ganz spontan, bis wir die Tickets in der Hand hatten, von dem Bernd runterguckt, und wir haben uns gewundert. Das schreit ja förmlich nach der Frage, wann wir deinen Kopf auf dem Ticket sehen.

Wir haben das Bild auf Facebook entdeckt, da hat irgendjemand gepostet, dass er sich Bernd hat tätowieren lassen. Und ich glaub von Arnim gibt’s auch so eine Tätowierung. Aber ich find nicht, dass meine Fresse auf irgendeinem Arm oder Bein sein sollte. Nee, müsst ihr nicht machen.

Da kieckt er: Bernd Kurtzke und die Monarch-Tickets mit seinem Konterfei

Da kieckt er: Bernd Kurtzke und die Monarch-Tickets mit seinem Konterfei

Das heißt im Klartext, dass Ihr keine weiteren Mini-Club-Shows mit dem rest der Band auf den Tickets machen wollt.

Ich dachte, du willst auf was anderes hinaus. „Saubere Arbeit“ war gleich der erste Kommentar online und wir dachten „is’ ja ein geiler Tourtitel“: „Saubere Arbeit Tour“. Aber nur Bullshit, nur Quatsch.

Den Geburtstag feiert Ihr dann in der Wuhlheide. Worauf können wir uns freuen?

Auf Musik. Es wird total – wie sagt man so modern? – basic. Es gibt uns und die Musik. Keine Screens. Kein Feuerwerk. Wir versuchen es so intim wie möglich zu machen. So gut und so viel wie möglich zu spielen. Coole Vorbands dabei zu haben.

Gutes Stichwort. Ihr hattet jetzt Schmutzki dabei. Im letzten Jahr schon Chuckamuck, AnnenMayKantereit, Bilderbuch. Alles supercoole Bands. In der Wuhlheide prangt noch nichts, aber da kommt noch was, wenn ich dich richtig verstehe.

Da kommt was. Wir haben ein super Vorprogramm. Ich weiß jetzt gar nicht, wann wir damit rausdürfen, da gibt es immer ein Problem mit dem Gebietsschutz, wenn die Band noch ein Festival spielt. Dann darf man immer nichts sagen. Kenn ich mich nicht aus, aber ich soll die Klappe halten. [Mittlerweile ist die Katze aus dem Sack: AnnenMayKantereit sind an beiden Tagen dabei. Dazu gibt es Wanda und Feine Sahne Fischfilet. (FS)]

Alles klar, kommen wir also noch mal zu den Songs. So sehr ich mich über die alten Sachen wie im Monarch freue, finde ich auch immer noch, dass das aktuelle Album eine klasse Platte ist. Von der habt Ihr im letzten Jahr ja auch wirklich viel live gespielt. Hast Du da Favoriten? Neue Sachen, die ihr weiterhin auf jeden Fall drin haben wollt?

Auf jeden Fall Gentleman Of The Year. Everything Went Black haben wir ein bisschen umarrangiert, Dennis spielt noch mit am Keyboard. DNA kann man auch immer einwerfen. Real Paradise genauso. Up On The Roof kann man auch immer zocken. Es wird nicht immer dasselbe sein. Wir jonglieren rum, mal so, mal so. Aber es gibt genügend Stücke von der Platte, die sich live super spielen lassen, also… easy. (lacht)

Wenn ich einen Wunschzettel hätte, stünden da Unminded oder 48/49 drauf.

Unminded war jahrelang drin. Wenn es darum ging, was wir von 48/49 spielen, war Unminded dran. Das haben wir bis zum Erbrechen gespielt, find ich. Auch auf großen Festivals. Und jetzt spielen wir halt was anderes.

Klingt so nen bisschen nach Schnauze voll von dem Song.

Nee, überhaupt nicht, aber wir können ja nicht die ganze Zeit dasselbe machen. Wir können ja auch mal nen anderen Song spielen von der Platte. Auf der letzten Tour haben wir Fool gespielt. Jetzt spielen wir Different Ways. Und Schlechtes kann immer wieder passieren. Gestern ist Schlecht passiert. Mal gucken, was heute passiert.

Thomas Götz &Dennis Kern (Foto: Wikimedia Commons / pitpony-photography / CC-BY-SA)

Thomas Götz &Dennis Kern (Foto: Wikimedia Commons / pitpony-photography / CC-BY-SA)

Dennis hast du eben auch schon erwähnt. Der ist jetzt, wenn ich es richtig beobachtet habe, seit der Platte festes Live-Mitglied.

Fester Gast-Musiker!

Welchen Einfluss hatte er auf die Entstehung der Platte? War er da involviert, oder war er nur als Kumpel dabei, dem man die Demos vorspielt?

Er war als Drum-Tech dabei. Er hat das Schlagzeug gestimmt für die jeweiligen Takes. Wir haben da schön am Schlagzeug rumgedreht. Lied in D, also Schlagzeug in D. Nächstes in E, Schlagzeug auf E. So. Und so hing er halt mit im Studio rum und hat viel gute Laune mitgebracht.

Du hast mit Dennis auch die zweite Tomatenplatte gemacht.

Auf der zweiten Tomatenplatte ist ein Stück von Dennis drauf. Das haben wir zusammen aufgenommen.


Harry Lash by tomatenplatten.com

Mich hat ehrlich gesagt überrascht, wie offen der Promo-Text zu Eurer 7“ Deinen Unfall angesprochen hat und auch im Vorfeld der Beatsteaks-Platte war das in meiner Wahrnehmung ein relativ großes Thema. Zumindest gab es überall zu lesen, Ihr hättet Euch danach darauf besonnen, was wichtig ist. Als ich davon hörte, habe ich eine viel nachdenklichere Platte erwartet mit ernsterer Stimmung. Jetzt ist es eigentlich eine richtige Party-Platte geworden.

(Unterbricht) …ja, man muss die Feste halt feiern, wie sie fallen. Ich habe mich nicht “besonnen“ danach, das ist Quatsch. Wir machen einfach weiter das, was wir gerne tun. Und ne nachdenkliche Platte… gähn, langweilig (lacht). Einfach weitermachen, bloß weil man mal ne Treppe runterfällt, braucht man nicht gleich anfangen zu heulen.

Damit sind wir auch schon bei der letzten Frage: Wie sieht es nach dem Festival-Sommer aus? Gibt es Pläne?

Ja die gibt es, aber aus Gründen des Gebietsschutzes hat mir die Band verboten… Also halt, die Band hat mir eh verboten, über Pläne zu sprechen. Ich bin der Schlagzeuger und ich hab gefälligst der Wortkarge zu sein. Da musst Du unsern Bassisten fragen. Ich soll die Schnauze halten. Zurück ins Glied, Fresse halten. „Fresse halten, Schlagzeug spielen“ heißt unser nächstes Projekt.

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