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[Review] Element of Crime live im Berliner Tempodrom

8. April 2015

Element of Crime & Apples in Space
19. März 2015 – Berlin, Tempodrom

Am dritten Abend ist es dann doch noch nicht ganz ausverkauft. Auf ihrer Frühjahrstour durften sich Element of Crime über viele volle Häuser freuen. Auch heute ist das Tempodrom alles andere als leer. Am Programm im Vergleich zu den beiden Vortagen ändert sich exakt gar nichts. So stoisch Sven Regener wirkt, wenn er singt, so regungslos unverändert bleibt die Setlist bei den drei Berlin-Abenden auf der großen Release-Tour zum aktuellen Album Lieblingsfarben und Tiere. So wie bei den Radio-Release-Konzerten vor einem halben Jahr ist ein Saxonfonist dabei, was dem Sound insbesondere im Zusammenspiel mit Regeners Trompete sehr zu Gute kommt. Definitiv die bessere Wahl als die Geige, die auf der Club-Tour 2013 zum Einsatz kam. Hauptsache, es wird den Mannen nicht langweilig.

Denn wer Element of Crime öfter live sieht, weiß zumindest, dass man sich das Vorprogramm eigentlich sparen kann. Seit Jahren treten dort Apples in Space auf, die Kinder von Freunden der Band-Mitglieder. Wenn man ehrlich ist, klingt das leider wahnsinnig unspektakulär und daran ändert sich auch nichts, bloß weil man sich die beiden in den letzten Jahren mehrmals anschauen durfte. Doch wer Langeweile in einem Konzert von Element of Crime bekommt, der langweilt sich auch, wenn das Album daheim läuft. Und warum würde man dann ins Konzert gehen?

Darin steckt einerseits Hochachtung für die Akuratesse und Hingabe, mit der die Band auch zum Ende der Tour und nach gesundheitlichen Rückschlägen zu Werke geht. Andererseits kommt damit ein Lob für die Songauswahl zum Tragen – warum eine Setlist ändern, wenn sie so schön das Neue mit dem Alten verwebt. Überhaupt: wie gut die neuen Songs sich live machen! Wie keck der Titeltrack Lieblingsfarben und Tiere dahinschlendert. Wie würdevoll das träumerische Dieselben Sterne die Königsposition im wirklich allerletzten Zugabenblock einnimmt! Diese Lieder müssen sich wirklich nicht vor den absolut unerreicht-melancholischen Versionen von Vier Stunden vor Elbe 1 oder Weißes Papier verstecken. Einzig den Vorschlaghammer hätte ich mir nach so viel Trauerarbeit noch gewünscht.

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