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[Interview] Findus: „Hauen wir es einfach raus!“ + Verlosung

10. April 2014
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Findus aus Hamburg - Sänger Lüam vorneweg

Findus aus Hamburg – Sänger Lüam vorneweg

Findus beginnen in diesen Tagen ihre große Vis A Vis Tour. Das dritte Album ist vor einem Monat erschienen. All das ist Anlass genug, Euch die Band aus dem Norden nochmals ans Herz zu legen und Euch Gästelistenplätze für die Tour zu spendieren.

Bevor es so weit ist, sollen die Protagonisten jedoch einmal selbst zu Wort kommen. Ich erwische Sänger Lüam auf dem Handy, als er gerade den Proberaum in Hamburg Altona betritt.

Wir laufen denn die Tourvorbereitungen?

Lüam: Die laufen sehr gut. Jetzt ist wirklich alles klar. Es gab viele Überlegungen, hin und her, welche Lieder wir spielen, aber jetzt ist alles klar. Wir haben gestern geprobt, wir proben heute noch mal und dann fahren wir nächste Woche los. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Wieviel werdet Ihr denn von Vis A Vis live umsetzen?

Tatsächlich 9 Stück. Es kann natürlich sein, dass wir merken, das macht gar nicht solchen Spaß, die zu spielen. Und dann fliegen die halt auch wieder raus. Das ist relativ unromantisch.

Was die Motive der neuen Platte angeht, seid Ihr in guter Gesellschaft. Das Album hat mich stellenweise an Turbostaats Stadt der Angst aus dem letzten Jahr erinnert. Ihr malt die Stadt als bedrohlichem Lebensraum und habt so viel Rastlosigkeit und Unzufriedenheit da reingepackt – wo holt Ihr die her? Geht’s euch gut?

Ja, uns geht’s sehr gut! Wer uns kennt, weiß auch, dass wir nicht sonderlich griesgrämig oder verdrossen durch die Welt laufen. Aber in Hamburg bewegt sich da viel, was die Probleme angeht, die so eine Stadt mit sich bringt. Und das beschäftigt einen, wenn man hier lebt. Also ist das was ganz Natürliches. Im Prinzip schöpfen wir das aus uns selbst. Wir haben einfach mal ‘nen neuen Proberaum gesucht und das ist nicht so einfach überhaupt einen zu finden, der dann auch noch halbwegs bezahlbar ist. Das sind so banale Sachen.

Und daneben ist es, glaube ich, auch ein klassisches Thema, dass sich schon immer durch Kunst, Literatur und Musik zieht. Stadt als anonymer und bedrohlicher Ort. Da haben wir uns aus uns selbst heraus bedient.

Ihr seid jetzt fast einen Monat unterwegs – ist Findus mittlerweile Vollzeitbeschäftigung für euch?

Nee. Oder… Zum Teil. Es ist nicht so, dass wir nur das machen. Oder nur das machen können. Aber für jeden von uns dreht sich alles um die Band. In erster Linie guckt man wie und wann man die Musik macht und alles andere wird drum rumgeplant.

Ihr habt wieder bei Delikatess veröffentlicht und bei Delikatess hat man auch gerade das Gefühl, dass die sich in einer entscheidenden Phase befinden und gerne einen weiteren Schritt machen würden. Den Eindruck hatte ich beim Hören von Eures neuen Albums auch. Wie geht Ihr mit den Reaktionen auf das Album um, wo Du doch wahrscheinlich schon 2 Monate über nichts anderes gesprochen hast als Vis A Vis?

Ich persönlich beschäftige mich damit gar nicht so viel. Ich glaube, Delikatess ist ganz zufrieden. Die verkaufen wohl auch ganz okay, das weiß ich gar nicht so genau. Und dann gibt es aber auch immer Reaktionen, die ich albern finde. Wen Leute schreiben, das letzte Album war noch gut und das ist jetzt nicht mehr gut. Dann hat das für mich etwas sehr Konservatives. Das impliziert, die Band soll immer so ein Album machen wie das vorherige. Damit nimmt man einem Künstler die Freiheit, die die Kunst ja ausmacht. Diese Reaktionen gab es auch und die finde ich tatsächlich sehr albern. Ich finde, damit entblößen sich Journalisten und Zeitschriften dann auch selbst, wenn sie so etwas schreiben. Man kann Sachen kritisch sehen und auch schlecht finden, aber wenn man als Begründung anführt, dass es nicht mehr so klingt wie das Album davor, dann kann ich das nicht verstehen.



Im letzten Jahr habe ich euch in Berlin im about blank auf Tour gesehen. Da habt Ihr auch schon Neues gespielt. Wie weit wart Ihr zu dem Zeitpunkt? Habt Ihr mal live angetestet oder war die Platte im Grunde schon im Kasten?

Das war im November und das war tatsächlich noch so eine Testphase. Das Album war erst am 13. Dezember so richtig fertig. Da war auch noch nicht klar, welche Lieder auf dem Album landen. Das war ein Versuch, es ist ja schließlich ein Unterschied, ob wir ein Lied im Proberaum oder auf der Bühne spielen. Und wir wollten es auch für uns selbst einfach ein bisschen spannender gestalten.

Was macht Ihr mit Songmaterial, das es nicht auf’s Album schafft?

Wir haben insgesamt 24, 25 Lieder gehabt, als wir die Planungen für’s Album angegangen sind. Davon haben wir aber nur 15 aufgenommen, also da haben wir schon mal aussortiert. Die haben wir als Demos und Proberaumversionen irgendwo liegen. Es kann auch gut sein, dass der eine oder andere Song davon noch mal rausgekramt wird. „Ey, da ist noch dieses Lied, lass das noch mal ausprobieren und vielleicht ein bisschen ändern…“ Von den 15 Liedern, die wir aufgenommen und auch fertig gemischt und gemastert haben, sind ja nur 10 auf’s Album gekommen. Und da fiel die Entscheidung danach, wie das am besten auf’s Album passt. Kann man das gut durchhören und ab wann ist vielleicht auch alles gesagt, was man sagen wollte?

Aber diese fünf werden definitiv auf irgendeine Art und Weise veröffentlicht werden. Nur wie und in welchem Rahmen müssen wir noch sehen. Und vor allen Dingen wann.

Ich habe vor allem Schön und gut vermisst. Den habt Ihr Ende letzten Jahres schon mal rausgehauen. Ich dachte, ah, da ist der erste Vorgeschmack auf’s Album. Soundmäßig mag das sogar stimmen, aber dann kam Vis A Vis und siehe da, der ist gar nicht drauf. Ich hab’s dann als „Geschenk an die Fans“ verbucht.

Richtig, das war auf eben jener Tour und wir dachten, dass es einfach schade ist, wenn man es für sich behält, dass die Lieder fertig sind. Und dann wussten wir halt, das Lied kommt nicht auf’s Album. Und das ist eben eines der Stücke, die wir nicht verstauben lassen wollten. Dann haben wir gesagt, hauen wir es einfach raus.

Hat hingehauen – war nett! Danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast und viel Spaß auf Tour!

Aufgepasst!

akkordarbeit verlost 1×2 Gästelistenplätze für die Findus-Tour!

So könnt ihr gewinnen: Schickt eine E-Mail, bitte unter Angabe eures vollen Namens, und der Stadt, in der ihr das Konzert besuchen wollt, an info[dot]akkordarbeit[at]gmail[dot]com und mit etwas Glück steht ihr +1 auf der Gästeliste. Die zur Auswahl stehenden Termine findet Ihr unten.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 13. April. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Eure Daten werden ausschließlich für diese Verlosung verwendet und für den Fall, dass ihr gewinnt, weitergegeben. Viel Glück!

UPDATE: Die Verlosung ist abgelaufen – vielen Dank für Eure Teilnahme! Der/die Gewinner_in wird in Kürz benachrichtigt!

19.04. – Wiesbaden, Kulturpalast
20.04. – Hannover, Café Glocksee
21.04. – Lindern, Osterrock
22.04. – Potsdam, Waschhaus
23.04. – Berlin, Monarch
24.04. – Lüneburg, Salon Hansen
25.04. – Husum, Speicher
26.04. – Leipzig, Moritzbastei
27.04. – Regensburg, Heimat
28.04. – (AT) Innsbruck, Weekender
29.04. – Bayreuth, Glashaus
30.04. – Jena, Rosenkeller
01.05. – Halle, VL Ludwigstraße
02.05. – Braunschweig, Nexus

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