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[Review] Mogwai spielten im Tempodrom

24. Februar 2014

Mogwai + Forest Swords
6. Februar 2014 – Berlin, Tempodrom

Mindestens ein Mogwai-Mitglied hat heute Abend ein Heimspiel. Die Schotten beenden heute Abend den ersten Abschnitt ihrer Europa-Tour, mit der sie die Songs ihres achten Albums Rave Tapes auf die Bühnen bringen. Barry Burns kann nach der Party in seine eigene Bude stiefeln. Vielleicht wird die Crew-Party aber auch gleich ganz in seine Bar verlegt, die er seit einigen Jahren in Neukölln betreibt. Doch ein Zuhause-Gefühl verbreitet das Kollektiv auch, wo auch immer sie ihren Trademark-Sound seit 15 Jahren aufdrehen. Home is where the noise is und da macht es auch nichts, dass das Tempodrom einem heute Abend noch ziemlich viel Luft im Innenraum lässt.

Die Luft wird dafür mächtig bewegt. Das laute Grummeln, das im Foyer zu hören ist, kommt von Forest Swords, dem Support, der seine Sounds zwischen Industrial und Ambient mit einer flächigen Dia-Show im Großformat auf der Bühnenrückwand untermalt. Nur kurz reingeschaut, wird man nicht nur vom Bass angegrollt. Die Lautstärke sorgt auch dafür, dass ich mir lieber für einen Euro den Billig-Ohrenschutz besorge. Ich kann mich nicht erinnern, wann ein Konzert zuletzt so unfassbar laut war. Die Oropax waren die richtige Entscheidung stellt sich heraus, als Mogwai ihre Show beginnen.

Ist das laut! Alle tiefen Töne werden zur physischen Erfahrung. Jede der einsetzenden, sich durch den Saal wälzenden Gitarrenschichten von Rano Pano kribbelt an einer anderen Stelle im Inneren des Körpers. Je länger Mogwai spielen, desto heftiger wird das Kopfnicken. How To Be A Werewolf und Mexican Grand Prix traben schnellen Schrittes durch die Halle. Zum Highlight wird das neue Unmurdered, das nach wenigen Minuten mit seinen elektronischen Elementen in relativ hohem Tempo die klassischen Elemente des Mogwai-Sounds so miteinander versöhnt, dass es eher zum Bewegen als zum Kopf-in-den-Nacken-Legen anhält. Gegen Ende des Sets fällt mir ein Stöpsel aus dem Ohr. Erst jetzt fällt mir auf, dass der Applaus in Wahrheit ein ohrenbetäubender Jubel ist.

Die Setlist findet ihr auf setlist.fm.

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