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[Review] Boysetsfire, Gallows und Paper Arms im Berliner Astra

22. Juni 2013

Boysetsfire + Gallows + Paper Arms
20. Juni 2013 – Berlin, Astra

Die erste Show seit drei Wochen, die erste Review seit Monaten: Ein besonderer Tag, weil ich nach langem Kampf endlich eine wichtige Arbeit abgeschlossen habe, und der letzte Tag der ersten brütenden Hitzeperiode über Berlin. Ich erinnere mich an ein Konzert am gleichen Ort vor beinahe exakt 2 Jahren. The Gaslight Anthem spielten bei ähnlichen Bedingungen und das Publikum zerfloss. Dass es heute weniger schlimm wird, liegt wohl auch daran, dass das Astra nicht bis auf den letzten Platz ausverkauft ist. Zu Beginn des Abends genießt ein Großteil noch seine Fluppen vor der Tür. Doch die verpassen Uncle M’s neuen Import aus Australien. Paper Arms haben ihr zweites Album The Smoke Will Clear bei der Münsteraner Gitarrenfabrik veröffentlicht. Die Platte ist alle mal zu empfehlen und die Live-Performance steht in nichts nach. Zwar dringt die Lead-Gitarre kaum durch, aber die Band überzeugt. Ich wünsche mir nur einen kleineren Laden mit enger stehendem Publikum. Dürfen wir uns auf eine Club-Tour im Winter freuen, lieber Onkel?

Wenig später folgt die Möglichkeit, mein ganz persönliches Gallows-Trauma aufzuarbeiten. Ich erinnere mich an Konzert kurz nach der Veröffentlichung von Grey Britain. Ein Line-Up mit 4 Bands vor großem Publikum, open air. Wir kamen zu spät für die Band, weil die Leute im Schlepptau Machine Head sehen wollten, die als Co-Headliner antraten. Grey Britain hatte wirklich Eindruck hinterlassen und Frank Carter soll ja ein Derwisch gewesen sein. Heute gibt’s nur noch lauwarme, aber immerhin Pure Love. Wie dem auch sei – der Gallows-Support-Gig wurde im Nachhinein in höchsten Tönen gelobt und Carter und Gallows gingen irgendwann getrennte Wege. Nun gibt also Wade MacNeil den Rabauken, weil Alexisonfire nicht mehr sind. Gleich zu Beginn wird er zum Sturmhauben-Model, ein paar Fäuste werden im kleinen Pit gereckt – aus der Ferne bleiben die Erwartungen aber viel zu hoch, als dass der Auftritt so richtig Spaß macht. Und diesmal hat sich der Sound-Mensch entschieden, die Becken wegfallen zu lassen.

Der Becken-Klang wird den ganzen Abend nicht mehr gut. Aber die Stimmung wird mit jeder Minute, die der Auftritt von Boysetsfire näher rückt besser. Erst vor zweieinhalb Monaten waren die fünf bei einer Werbeveranstaltung in Berlin aufgetreten und hatten einen hervorragend fitten Eindruck hinterlassen. In der Zwischenzeit ist While A Nation Sleeps… erschienen. Ein Album, das Brecher und Bekömmlicheres im Wechsel serviert und den Ton für die Show vorgibt. Die Meute ist von Sekunde 1 an da. Die Band freut sich. So geht es los und so geht das weiter. Die Band ist in guter Laune und erzählt vom Unplugged-Gig voller Technik-Pannen im Ramones Museum; von er hervorragenden Idee, sich am Nachmittag tätowieren zu lassen und davon, wie scheiße weh das tut, da jetzt draufzuschwitzen. Das größte Pfund ist neben dem 90-Minuten-Set, dass keine Ansage langweilig bleibt. Wenn sie jetzt noch den Hammer Bled Dry vom Ende des Sets an den Anfang setzen, damit die Menge den gebührend abfeiert und nicht völlig ausgepumpt verstolpert, dann wär’s noch runder. Aus der schwitzigen Halle – „A kleine hot“ wie Gitarrist Josh sagt –  geht’s raus in den abkühlenden Gewittersturm.

Fotos hat stageload.

4 Kommentare leave one →
  1. 23. Juni 2013 02:08

    Fand Gallows aber auch ziemlich geil an dem Abend, wobei das Publikum wirklich nur wegen Boysetsfire da gewesen ist.

    • Frank permalink*
      23. Juni 2013 19:45

      Wie gesagt, meinen Erwartungen waren einfach zu hoch. Passiert und ist kein Beinbruch.

  2. 24. Juni 2013 09:25

    Paper Arms Shows im Herbst = aber sicher das!

Trackbacks

  1. [Tourdatenupdate] Paper Arms, Town Of Saints & KMPFSPRT | akkordarbeit

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