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[Review] Boysetsfire, Funeral For A Friend & Marathonmann „Get Dirty“ in Turnschuhen

12. April 2013

Boysetsfire + Funeral For A Friend + Marathonmann
02. April 2013 – Berlin, Bi Nuu

Wenn ein Turnschuh-Hersteller zur kostenlosen Sause mit lauter Musik und bekannten Namen lädt, lässt sich Berlins Turnschuhträgerschar nicht lange bitten. Die Bändchen für den Abend konnten beim Werbe-LKW der Turnschuhfirma abgeholt werden und auf dem Weg ins Bi Nuu, den ehemaligen Kulturbahnhof Kreuzberg KATO, musste nur noch eine Hürde genommen werden: Geburtsdatum, Adresse und Unterschrift, damit auch ordentlich Fotos an dem Abend gemacht werden können. „Damit du nicht am nächsten Morgen nen Schock kriegst, wenn die Stellwand in deiner Straße mit deinem Gesicht plakatiert wird.“ Berlins Turnschuhträgerschar träumt genau davon und hat damit natürlich kein Problem. Also rein ins Vergnügen.

Das geht mit Marathonmann gut los, die tatsächlich ihr allererstes Berlin-Konzert abliefern. Sie freuen sich wie bolle und vom Publikum gibt es auch freundliche Resonanz. Aber für die große Geste, die sie an den Tag legen – mit der Gitarre in der Höhe und dem Fuß auf der Monitor-Box – wirken doch noch etwas grün hinter den Ohren. Vor allem will das mit dem Hardcore-Sound und den eingängigen Melodie-Läufen, die gute Chancen auf die Charts haben dürfen, nicht so recht zusammengehen. Beim nächsten Mal vielleicht ein bisschen mehr Demut, aber genauso viel Power, dann sprechen wir uns wieder. Das Love A T-Shirts des Sängers sorgt auf jeden Fall für Sympathiepunkte. Welche T-Shirts Funeral For A Friend anhatten, weiß ich nicht mehr. Was ich aber noch weiß, ist, dass ihr Sänger ungefähr von zwei von zehn Tönen trifft. Dass es die überhaupt noch gibt – dabei klingen die doch exakt genauso wie damals, als man jedes Wochenende die Metalcore-Konzerte der Freunde besucht hat. Ja Mensch, schön war die Ze… huch, schon vorbei, na so ein Glück, brauchen wir da nicht weiterreden.

Den Leuten ist es herzlich egal, wie ungerade die Stimmchen bei FFAF erklingen. Der Moshpit wird stetig größer, aber das ist kein Vergleich zu dem, was abgeht, als Boysetsfire die Bühne betreten. Die Herrschaften auf der Bühne nehmen sich auch nicht zurück. Basser Robert surft schon im zweiten Song die ersten Reihen ab. Ist das ein Tanz! Ganz großes Tennis! Und einen Spaß hat die Band! Später im Set kriegt Chad Istvan den Gitarrengurt nicht verlängert – „You look like a fucking studio musician!“ Alle lachen. Herrlich. Selbst, dass sie dem Publikum balladesken Mid-Tempo Hüpfnummern ein paar Pausen gönnen, geht in Ordnung. Eher in letztere Klasse als die der Brecher gehört auch der neue Song Closure. Eine Gelegenheit mehr, für Nathan zu beweisen, dass man zu harter Musik auch gut singen kann. Aber eine Nummer wie das kürzlich veröffentlichte Bled Dry hätte die Vorfreude auf das neue Album deutlich mehr erhöht. Bleibt es halt bei den alten Klassikern, bei denen bald nicht nur FFAF-Mitglieder, sondern auch der aus dem Nichts aufgetauchte WFAHM-Shouter Nico mit dem Mikro in der Hand ins Pit fliegt. Das ist doch mal eine gelungene Werbeveranstaltung für alle Beteiligten.

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