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[Review] I Am Kloot stellten „Let It All In“ im Berliner Lido vor

21. März 2013

I Am Kloot + Ralfe Band
17. März 2013 – Berlin, Lido

„Band X stellt Album Y live vor“ – diese Formulierung ist mir immer ein Dorn im Auge. Ist doch der Satz meist schlicht falsch, weil nur ein paar neue Songs in die Setlisten voller Klassiker rücken. Aber an diesem Abend trifft die Phrase zu: I Am Kloot stellen Let It All In im Live-Arrangement vor und haben die Bühne im Lido dafür festlich mit rotem Vorhang und Kerzen ausstaffiert. Gut, die Kerzen funktionieren mit Batterien, aber John Bramwell hat sich sogar ein Sakko übergeworfen. Im Unterschied zum letzten Berliner Auftritt vor drei Monaten haben sie wieder einen zusätzlichen Saxofonisten dabei, mit dem sie vor drei Jahren auch Sky At Night spielten. Der einzige Wermutstropfen an den vielen schönen, neuen Liedern ist, dass die wunderbaren Songs vom Vorgänger teilweise draußen bleiben müssen.

Den Opener gibt unerwartet das Beatle-eske These Days Are Mine, das mit der Live-Instrumentierung nicht ganz so sehr nach Liverpool klingt. Auf Nothern Skies folgen einige neue Lieder in Folge, kaum mal unterbrochen von Bekanntem. Am Ende des Abends werden nur Even the Stars und Forgive Me These Reminders fehlen. Bullets, Shoeless, Masquerade, der Titeltrack oder Mouth On Me – alle Songs funktionieren prächtig. Auf das ungewohnt optimistische Some Better Day muss man am längsten warten, aber auch der Song brilliert. Überhaupt: Bramwell sieht nach Midlife Crisis aus, aber spricht nur ein einziges Mal von „Drinking and Disaster“ – was ist da los? Wird am Ende etwa doch noch alles gut?

„I guess that I’ve been singing all my life / Well that’s right / And that is fine“ singt er in Fingerprints und „Everything we ever thought we’d ever want / Me and you / Well it came through / It just came true“ in Radiation – da gibt’s sie am Ende doch die Sky At Night Perlen. Die Gewalt in Twist, die Fragen in From Your Favorite Sky. Das ist mehr Nostalgie als das ganz große Drama heute Abend. Doch, doch, hier ist alles gut und alle gehen beseelt nach Hause. Schönsaufen muss sich den Abend hier niemand.

I Am Kloot kommen im Sommer für Auftritte beim Hurricane und Southide wieder nach Deutschland. Eine weitere Review hat der Tagesspiegel. (UPDATE: Nun hat auch die roteraupe nachgelegt.)

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