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[Review] The Gaslight Anthem, Blood Red Shoes und Dave Hause in Berlin

7. November 2012

The Gaslight Anthem + Blood Red Shoes + Dave Hause
02. November 2012 – Berlin, C-Halle

The Gaslight Anthem live @ C-Halle, Berlin, 02/11/12 (© Marcel Benoît / www.gigsight.de)

The Gaslight Anthem live @ C-Halle, Berlin, 02/11/12 (© Marcel Benoît / http://www.gigsight.de)

So freundschaftlich, wie man erwarten konnte, wurde es dann auch: The Gaslight Anthem und die Blood Red Shoes hatten einander auf europäischen Festivals gesehen, woraus fruchtbare Kontakte erwuchsen. Und Dave Hause ist seit der Revival Tour 2011 ohnehin einer von Brian Fallons Buddies. Die beiden Letzteren hatten am Nachmittag schon im Ramones Museum gespielt. Vielleicht hat’s da die Saiten auf der Akustischen so strapaziert, dass sie Hause in dem Moment reißen, als er die Gitarre in die Hand nimmt. Macht nichts, man ist ja unter Freunden, der Gaslight-Roadie bespannt sie neu und in der Zwischenzeit macht der schmale Amerikaner einfach auf der Elektrischen weiter. Das hat aber einfach nicht so viel Charme und Athentizität. Kümmert die im Publikum verstreuten Fans überhaupt nicht, die immer wieder zu hören sind. Die einfachen Singalongs übernimmt bald auch der Rest des Publikums – ein gelungener Auftakt.

Zehn Minuten später betreten Laura-Mary Carter und Steven Ansell im Gegenlicht die Bühne. Einmal mehr bestätigen die beiden, dass sie live nie enttäuschen. Obwohl die Band im April den Postbahnhof ausverkauft hat, ist sie nur wenigen bekannt. Ein Grüppchen Fans macht schon nach It’s Getting Boring By The Sea einen Mini-Pit auf. Mit der Zeit und mit den tanzbaren Nummern gewinnen sie den Zuspruch der Leute. Der Anteil der neuen, düsteren Stücke von In Time To Voices beschränkt sich auf die Single Cold und als Abschluss Je me perds. Für Freude bei Ansell und Carter sorgt nicht nur, dass jeden Abend die gleichen Gesichter in den ersten Reihen auftauchen, sondern auch dass ein erbarmungswürdiger Typ mit rosa Hasen-Kostüm auf die Schultern gehoben wird. Das ist nicht die erste BRS-Show, wo der auftaucht und auch die Band erkennt ihn wieder.

Ausgerechnet die Band, auf die an diesem Abend trotz des Spitzen-Line-Ups 90% warten, braucht eine Weile, um sich ins Set zu kämpfen. Mae ist als Opener keine gute Idee, The ’59 Sound wird direkt danach abgearbeitet. Selbst für TGA-Verhältnisse sind die ersten Ansagen Fallons konfus. Vielleicht ist es ausgerechnet der alberne „Oh Shalala“-Refrain in Here Comes My Man, den das Publikum zur Freude der Band lautstark intoniert, der das Eis bricht. Oder das Intro von Angry Johnny And The Radio, das Fallon mit einer Bierflasche als Bottleneck überraschend cool bereichert. Das Lied, welches Fallon um eine Bon Iver Strophe streckt, ist der einzige alte Song im Set. Fast die gesamte Handwritten schafft es auf die Bühne. Dafür wird die EP komplett und Sing And Swim bis auf Angry Johnny ausgespart. Wer wieder etwas Altes hören will, muss wohl beim nächsten Mal wiederkommen. Dave Hause immerhin erinnert mit Background-Gesang in der Zugabe American Slang daran, dass man unter Freunden ist. Es wird interessant sein, wie viele Leute mitziehen, wo doch jetzt schon viele meckern, dass die Band zu viele davon gewonnen hat. Dabei gibt es am zweiten Teil der Performance nicht auszusetzen – bis auf die Song-Auswahl.

Die Setlist gibt’s bei setlist.fm. Fotos von den Blood Red Shoes und The Gaslight Anthem hat Marcel Benoît (www.gigsight.de) gemacht. Das obere stammt ebenfalls von ihm, besten Dank für die Genehmigung!

4 Kommentare leave one →
  1. 7. November 2012 10:33

    Tja, ich habs mir dieses Mal auch gespart. Gehe wieder hin, wenn die Hallen wieder kleiner werden…

  2. 7. November 2012 11:44

    Sehe ich auch so… Seit Gaslight Anthem in großen Hallen spielen machen sie einfach keinen Spaß mehr. Irgendwie waren sie noch eine ganz andere Band, als sie vor 50 Leuten im Magnet Club gespielt haben. So sehr ich ihnen den Erfolg gönne trauere ich doch der Zeit nach als sie nicht jedermanns Lieblingsband waren sondern nur meine ;)

  3. andre permalink
    7. November 2012 12:41

    Komisch dass die setlist sich sich so heftig von z.b. Köln unterscheidet wo ich war. Da wurde echt viel altes gespielt

Trackbacks

  1. [Video] Dave Hause live @ Ramones Museum Berlin, 02/11/12 « akkordarbeit

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