Zum Inhalt springen

[Review] Baroness spielten im Magnet Club Berlin

8. August 2012
tags: ,
by

Baroness + Axes
05. August 2012 – Berlin, Magnet

John Baizley von Baroness gegen Ende des Konzertes im Berliner Magnet (Foto: flickr / Robby Schulze / CC-by)

John Baizley von Baroness gegen Ende des Konzertes im Magnet (Foto: flickr / Robby Schulze / CC-by)

Wie funktioniert die beste Metal-Band des Jahres 2010 ohne Metal? Warum hat sich Schreihals und Schöngeist John Baizley aufs Singen verlegt, wo er doch auf dem neuen Album kaum mehr als eine Quinte Stimmumfang zu benutzen scheint? Und wie sollen Yellow & Green und seine Vorgänger auf der Bühne miteinander in Einklang gebracht werden? Baroness haben also ein paar Fragen zu beantworten, die sie mit ihrem kontrovers diskutierten Doppel-Album aufgeworfen hatten. Wirklich eindeutige Antworten geben sie mit ihrem ausverkauften Konzert im Magnet nicht.

Beruhigend ist aber, dass der Bruch zwischen Blue Record und Yellow & Green live nicht sehr drastisch klingt. Das jüngste Werk wird von den einen gefeiert für die Weiterentwicklung des Songwritings. Die anderen vermissen das Gebrülle und mögen Baizleys Gesang erst recht nicht, fragen sich, wo die Weiterentwicklung sein soll, wenn man vom Progressive Metal in den Rock wechselt und mäkeln am Sound, der die Gitarren arg hinter dem Gesang zurückstehen lässt. Von den Gitarrensalven der Vorgänger mag auf dem Album nicht viel übrig sein, aber live ist es ein Genuss, Baizley und dem Sidekick Adams zuzuhören, wie sie die schönsten Double Lead Gitarren spielen. Die Energie, die dem Album völlig abgeht, ist auf der Bühne vorhanden. Alles ist aggressiver, druckvoller. Baizley schaut zeitweise, als würde er gleich der ersten Reihe mit Anlauf die Köpfe abreißen, nur um dann doch wieder die Gitarre herumzuwirbeln. Adams, der Dave Mustain mit jedem Zentimeter Haarlänge ähnlicher wird, schleudert seinen Schädel umher, als hinge der an einem Faden.

Live versteht man die Idee hinter der Vorab-Single Take My Bones Away. Ein schiebender Rocker eben, der in der Studio-Version total lahm untergeht, aber hier ordentlich drückt. Jedoch wollen manche Rhythmen, Beats und Melodien der neuen Songs einfach nicht mit dem Bild zusammenpassen, das man von Baroness hat. Schließlich ist es ja ganz und gar nicht so, als würden sie sich in der Live-Setlist auf das neue Album beschränken. Aber das Gröhlen und Rödeln, das ist weg. Gitarrist Adams doppelt den Gesang mit einer zweiten Gesangsstimme, nur gegen Ende der Show kommt da wieder ein Fünkchen Geschrei durch. Was bleibt nun? Die offene Frage, warum man dieses Album mit durchwachsenem Songwriting dann auch noch so kraftlos aufnehmen musste, denn offensichtlich können sie es ja besser. Dabei jubelt das durchnässte Publikum, das Baizley am Ende auf Händen trägt, wahrscheinlich sogar nicht trotz, sondern wegen der Songs von Yellow & Green.

Kritiken haben die Berliner Zeitung und der Tagesspiegel. Fotos gibt es bei verschiedenen flickr-Usern, nämlich Robby Schulze und Felipe Tofani.

3 Kommentare leave one →
  1. 10. August 2012 22:21

    Schön, dass jemand meine Fotos mag. Konzert war super, zum ersten Mal gesehen, gerne wieder.

    • Frank permalink*
      11. August 2012 21:35

      danke für’s einstellen der fotos unter CC!
      sind schöne shots dabei!

Trackbacks

  1. [Review] Baroness stellen “Purple” im SO36 vor | akkordarbeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: