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[Review] Refused dominieren das Monster Bash Festival 2012 in Berlin

7. Mai 2012
Dennis Lyxzen beim Monster Bash Festival (Foto: Eileen Neubert / lieblingstape.de)

Dennis Lyxzen beim Monster Bash Festival (Foto: Eileen Neubert / lieblingstape.de)

Monster Bash Festival 2012
27. April 2012 – Berlin, C-Halle & C-Club

Okay, das fängt ja schon mal gut an: Die Schlange am Nachmittag ist viel länger als erwartet, da verpasst man also schon mal die Banquets. Mist, zum Glück tröstet Coffebreath And Heartache-Tobi am Merch-Stand, dass es Pläne für einen weiteren Eurotrip der Band im Dezember gibt. Das Monster Bash beginnt für uns also erst mit Set Your Goals, die in ihre Europa-Tournee starten und deren beide Sänger wie Pat & Patachon nebeneinander herhüpfen. Die C-Halle ist da noch ziemlich leer, der C-Club nebenan wirkt bei Red City Radio kaum voller. Die Running Order kommt nicht ohne Überlappungen aus, aber bei großer Disziplin könnte man theoretisch 90 Prozent des Line-Ups sehen. Allerdings sind Disziplin und Monster Bash keine gute Paarung.

Es ist schön zu sehen, wie die ganzen Amipunk-Bands die Auftritte der anderen Bands abfeiern. Chris #2 von Anti-Flag reißt sich bei The Obituaries von The Menzingers das Mikro unter den Nagel. Chuck Ragan und Dave Hause liefern Backing Vocals für die Bouncing Souls. Da wirken Dritte Wahl ein wenig wie Fremdkörper dazwischen. Das Publikum, mittlerweile ist der Innenraum der C-Halle ansehnlich gefüllt, ist aber mit ihnen. Anti-Flag selbst haben auf der Hauptbühne nochmal mehr Zuspruch und spielen ein Festival-Set, das nur deshalb zu lang ist, weil man so die einstündige Revival-Tour-Reminiszenz von Chuck, Dave und Tommy Gabel nicht vollständig sieht. Der C-Club ist da zum ersten und einzigen Mal bis auf den letzten Platz gefüllt und die Luft verdient diesen Namen kaum noch. Abräumer und Herzensbrecher: Dave Hause.

ZSK fallen dann der dringend nötigen Essenspause zum Opfer. Hostage Calm aber hätte man sich von Anfang an anschauen sollen. Die überzeugen mit drei Songs mehr als zuvor die halbe Stunde von Make Do And Mend, über die momentan alle reden. Auch Hot Water Music wirken irgendwie gehemmt. Zu Beginn des Sets will das Monitor-System nicht, später in den Höhen Chucks Stimme. Trusty Chords kommt schon an zweiter Stelle am Set, It’s Hard To Know aber gar nicht. Die drei neuen Songs gehen völlig in Ordnung, aber irgendwie bleibt ein komisches Gefühl zurück. Lagwagon albern eine halbe Stunde später ein tolles Set als Co-Headliner zusammen, sind sehr kindisch und schön tight. Irgendwie kann man sich diesen 2,10m-Gitarristen nicht in einem Tourbus und Joey Cape nicht auf Solo-Tour vorstellen. Gut so.

Doch machen wir uns nichts vor. Der Grund, warum die allermeisten hier sind, steht um 0.00 Uhr auf der Bühne. Verdeckt von einem riesigen Banner, von hinten lichtdurchlässig und angeleuchtet, sodass riesige REFUSED-Lettern lesbar werden, betreten fünf Schweden die Bühne, die gewaltige Eruptionen auslösen. Keine Band erhält heute so viel Zuspruch, niemand verursacht so viel Mitgehen, so großen Jubel und keiner ist so gut wie Refused. Und das sagt einer, der die Band vor der Reunion praktisch kaum kannte, geschweige denn mochte. Lassen wir Glaubwürdigkeit und politische Gradlinigkeit völlig außer Acht, bleibt ein gigantischer Frontman, der Mick Jagger-Moves würdig (!) mit Crowd-Standing mixt, ein tighter, sehr harter, brutaler Band-Sound, eine sehr edle Licht-Show, die sich auf passives, weißes Licht beschränkt und eine siebzigminütige Wahnsinnsshow von einer Gruppe, die absolut zurecht als Headliner auf diesem Festival spielt. Es muss alten Fans große Bauchschmerzen bereiten, dass Lyxzen & Co. keine Probleme haben vor Logos eines Energy Drinks oder wie einen Tag später der Deutschen Telekom aufzutreten. Aber mit der Reunion und Shows in diesem Rahmen machen sie einige Menschen offensichtlich sehr, sehr glücklich.

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