Zum Inhalt springen

2011 – Ein Jahr in Scheiben

31. Dezember 2011
by

2011 – man, was warst du für ein Jahr, Alter?! Es fällt mir ein bisschen schwer, alles zu rekapitulieren, was in den letzten 12 Monaten passiert ist. Man sagt so sprichwörtlich, dass es einem wie gestern vorkommt, dass dieses und jenes passiert ist, aber was soll ich sagen? Es kommt mir wie gestern vor, dass ich den Jahresrückblick für 2010 geschrieben habe. Damals wusste ich, dass ich für eine Weile nach Warschau gehen würde, und jetzt sitze ich schon wieder zu Hause in meiner Berliner Bude, am gleichen Tisch wie vor 12 Monaten. In diesem Jahr war allein so viel Nachhausekommen und Abschiednehmen – davon brauche ich im nächsten Jahr erst mal nicht noch mehr, ehrlich.

Trail Of Dead - "Tao Of The Dead" (Superball / EMI / VÖ: 04.02.11)

Trail Of Dead - "Tao Of The Dead" (Superball / EMI / VÖ: 04.02.11)

Bevor das hier ins Rührselige abdriftet, verliere ich lieber noch ein paar Worte zu Alben, die mich in diesem Jahr begleitet, es aber aus welchen Gründen auch immer nicht in meine Top 10 geschafft haben. Es ist ja immer eine Frage sehr subjektiver Empfindungen, wie man ein Album bewertet. Dass ich mit den hier genannten nicht so viel verbinde wie mit den zehn oben verlinkten hat aber nichts oder zumindest wenig mit Qualität zu tun. Blood Pressures von The Kills zum Beispiel ist aber immer noch eine Top-Scheibe. Tao Of The Dead von Trail Of Dead ist auch weiterhin ein tolles halbstündiges Konzeptgewitter. Und Mogwais Hardcore Will Never Die… wird mir auch positiv in Erinnerung bleiben.

Yuck - dto. (Fat Possum / Mercury / VÖ: 22.04.11)

Yuck - dto. (Fat Possum / Mercury / VÖ: 22.04.11)

Die Langzeitwirkung von Yucks Debütalbums stellte sich zwar ein paar Monate nach dem Release als nicht so groß heraus wie anfangs gedacht, aber noch immer klingt die Mehrzahl der Songs mir im Ohr. Und sie haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass ich beim Zurückblicken in den letzten Wochen immer wieder den Eindruck bekam, dass dieser 90s-Sound das Jahr bestimmt hat. Neben Yuck und immer wieder Yuck hat J Mascis ein schönes Solo-Album veröffentlicht, Sebadoh und Stephen Malkmus von Pavement waren wieder aktiv. Ok, Sonic Youth haben sich aufgelöst, aber, wenn man so will, kann man sogar die VÖ-Flut bei Pearl Jam, die Doku und den dazugehörigen Soundtrack sowie das Live On Ten Legs Anfang des Jahres, in diese Schublade stecken.

The Black Keys - "El Camino" (Nonesuch / Warner / VÖ: 02.11.11)

The Black Keys - "El Camino" (Nonesuch / Warner / VÖ: 02.11.11)

Es gibt ja immer viel zu viel Musik, keine Frage, aber selten war mir so deutlich vor Augen, was ich alles verpasst habe. Es ist mir absolut unverständlich, wie einige Alben einfach immer noch nicht in meiner Sammlung gelandet sein können. Allen voran David Comes To Life von Fucked Up. Oder El Camino von den Black Keys. Oder The Whole Love von Wilco. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen mit The Joy Formidable, dem Langspieler von Exposions In The Sky oder sogar dem neuen Mastodon-Album. Es gibt einfach nie genug Zeit und genug Geld. Das gleiche gilt für Livemusik. Die Liste der Bands, die ich mir in diesem Jahr hätte anschauen wollen, ist wahrscheinlich länger als die mit den für meine Verhältnisse wirklich vielen besuchten Konzerten in diesem Jahr. Womit wir bei meinem Lieblingsthema wären.

Toller Abend: TGA im Astra (Foto: Marcel Benoit / gigsight.de)

Toller Abend: TGA im Astra (Foto: Marcel Benoit / gigsight.de)

2011 hielt wirklich ein paar Highlights bereit. The National haben mich in Warschau absolut umgehauen. Das war sicher eines der drei besten Konzerte, die ich jemals gesehen habe. Erst danach habe ich mich High Violet so richtig hingegeben. Wahrscheinlich habe ich kein Album 2011 öfter gehört. Auch die Foo Fighters waren wieder grandios. Die Beatsteaks habe ich wahrscheinlich nie besser gesehen als in Poznań. Generell hatten die Konzerte in Polen fast immer etwas Besonderes. Und es liegt verdammt nahe, dass es daran liegt, dass sich dort viele Bands einfach viel seltener blicken lassen als in Deutschland beispielsweise. Dort haben die Leute häufig so eine positive Aufgeregtheit bei den Gigs. Es fühlt sich einfach besonders an, weniger routiniert. Und es gibt zum Glück weniger von diesen Affen, die sich geben, als seien sie too cool to care, wie mir das zuletzt in Berlin immer häufiger aufgefallen ist.

Aber das hält einen natürlich nicht davon ab, sich Livemusik anzuschauen. Die Pläne für das nächste Jahr sind sogar schon relativ weit gediehen. The Black Keys kommen schon im Januar, im Sommer stehen dann definitiv Pearl Jam und die ärzte auf dem Programm. Das Frühjahr wartet mit Gisbert zu Knyphausen, Wild Flag, kettcar, Rocky Votolato – alles lieb gewonnene Namen, auf die ich mich sehr freue. Und auch die VÖs versprechen einiges. Natürlich werde ich mir das die ärzte Album so schnell wie möglich unter den Nagel reißen – und dann vermutlich enttäuscht sein, aber das gehört dazu. Die eben erwähnten kettcar und Votolato werden Alben rausbringen, Die Toten Hosen im Jahr ihres 30. Jubiläums vermutlich auch. Anonsten stehen da noch John K. Samson, Hot Water Music, QOTSA und Blood Red Shoes ganz fett auf dem Zettel. Mir schwant, auch 2012 wird musikalisch kein schlechtes Jahr.

Falls ihr also noch nicht eingeschlafen seid und tatsächlich auch noch den letzten Absatz lest, lasst mich ein Dankeschön richten an alle, die akkordarbeit in diesem Jahr unterstützt haben. Sei es mit Informationen, mit Rezensionsexemplaren oder Gewinnen, mit Gästelistenplätzen genauso wie mit Geduld auf nervige Anfragen meinerseits. Dankeschön. Ohne diesen Support wäre dieses Blog nicht, wie es ist. Und ich möchte euch dafür danken, dass ihr die Artikel auf dieser Seite lest. Denn wenn das niemand machen würde, könnte ich auch in mein Tagebuch schreiben. Mir ist eben aufgefallen – ich schreibe schon zum dritten Mal so einen komischen Jahresrückblick! Grundgütiger! Also ein aufrichtiges Dankeschön an euch für euer Interesse und eure Unterstützung.

Ich wünsche euch alles Gute für das nächste Jahr. Wir lesen uns dann 2012. Lasst es krachen!

P.S. Ich weiß, es ist nicht sonderlich originell, immer mit diesem Engländer anzukommen, aber ich beende das Posting trotzdem mal mit einem Song, der in diesem Jahr rauf und runter lief und eine schöne Message hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: