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Meine liebsten Alben des Jahres – Top Of The Blogs 2010

18. Dezember 2010
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Von Martin initiiert – jetzt werden die Karten auf den Tisch gelegt: Unten seht ihr zehn Platten (bei mir in allem Fällen CDs, kein Vinyl), die mir in diesem Jahr wichtig waren, angefangen bei Platz 10 und logischerweise endend bei Platz 1, dem meiner Meinung nach besten Album des Jahres, wenn man so will. Nur zur Info: Live-Alben sind für mich durchaus vollwertige Veröffentlichungen und werden hier ungeniert zu den Alben dazugezählt.

Natürlich ist die Auflistung absolut subjektiv und ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, die besten Platten des Jahres küren zu können. Wie immer, wenn man zurückschaut, kommen Fragen auf, warum man dieses und jenes nicht getan hat – Warum zur Hölle habe ich eigentlich die Turbostaat-Platte immer noch nicht? Wieso habe ich bei Trip Fontaine noch nicht einmal reingehört? – und die Antwort ist: Es gibt einfach viel zu viel Musik. Viel zu viel gute Musik. Und viel zu wenig Zeit. Hinzu kommt, dass ich tendenziell eher der Hörer-Typ bin, der, wenn er mal jemanden für sich entdeckt hat, dann auch gerne das x-te Bootleg aus Oklahoma City hätte, denn es könnte ja etwas anders gespielt worden sein und vielleicht hat sich ja eine rare Coverversion eingeschlichen… – ich gerate schon wieder ins Palavern. Ich wollte nur sagen, dass ich lange nicht alle Alben habe hören können, die ich eigentlich hören wollte. Und jetzt Schluss der vielen Worte.

[Hier nur ganz kurz eingefügt, weil es unten keiner sieht – Die Top 10 der von mir sehr geschätzten folgenden Blogs: Vinyl Galore, nicorola, Jottpunkt., Rock-Fucker-Rock, Süß war gestern. und Life’s a bitch and life’s a beach. ]

Hier kommt also der Beitrag von akkordarbeit zu den Top Of The Blogs 2010:

Frank Turner - Take To The Road Live 2009

Frank Turner - Take To The Road Live 2009

#10 – Frank Turner: Take To The Road Live 2009

Wahrscheinlich der von mir meistgehörte Musiker in diesem Jahr und daran ist dieses Live-Paket inklusive zweier Konzerte auf DVD Schuld. Eine höhere Wertung verhindern amateuerhafte Abmischfehler und Schnitte auf der Live-CD. Die Stimmung, die transportiert wird, ist aber gewaltig und euphorisch – eben ein Frank Turner Konzert in Groß, wie wir es hierzulande noch nicht kennen. Im UK ist er auf dem besten Wege das zu werden: Verdammt groß. Trotz der Mängel unverzichtbar in meiner Jahres-Top-10.

 

Flogging Molly - Live At The Greek Theatre

Flogging Molly - Live At The Greek Theatre

#9 – Flogging Molly: Live At The Greek Theatre

Und gleich noch mal live: Auch Flogging Molly haben ihr (Doppel-)Live-Album mit einer DVD versehen und das Paket macht ebenfalls ordentlich was her, spielt aber technisch auf einem wesentlich höheren Niveau. Das Konzert ist gespickt mit vielen Hymnen, man wünscht sich nur häufig, sie würden einen Tick langsamer gespielt. Bei Drunken Lullabies mag ein hohes Tempo ja gut sein – bei Float oder If I Ever Leave This World Alive aber ganz sicher nicht. Trotzdem eine schöne Werkschau.

 

Volbeat - Beyond Hell / Above Heaven

Volbeat - Beyond Hell / Above Heaven

#8 – Volbeat: Beyond Hell / Above Heaven

Nach Guitar Gangsters… hatte ich Volbeat in Gedanken schon abgeschrieben. Zu krude diese dämlichen Konzeptgeschichten, auf Dauer zu wenig Vielseitigkeit im Songwriting, und ganz allgemein ein gewisser Ermüdungseffekt meinerseits, Poulsens Elvis-Soundalike-Stimme zuhören zu wollen. Und schau einer an: Kaum haben die Dänen wieder ein paar Ohrwürmer aufgenommen und daraus ein für Volbeat-Verhältnisse wirklich abwechslungsreiches Album aufgenommen haben sie mich wieder für sich eingenommen. Der Erfolg nimmt für die Dänen fast schon unheimliche Züge an, doch 2010 ging für sie nicht allzu positiv zu Ende: Ihre erste UK-Headliner-Tour mussten sie nach einer Erkrankung Poulsens komplett absagen.

 

The Love Bülow - Menschen sind wie Lieder

The Love Bülow - Menschen sind wie Lieder

#7  – The Love Bülow: Menschen sind wie Lieder

Gut, wer das Blog hier Mitte des Jahres ab und zu gelesen hat, findet diese Wahl nicht sonderlich überraschend. Den Jungs von The Love Bülow ist nicht nur ein unterhaltsames Debütalbum gelungen, nein, sie haben sogar geschafft, dass ich mir ein HipHop-Album gekauft habe, haha! Wahrscheinlich zum ersten Mal, seit mir Will Smith die Grundschulzeit verschönert hat. Auf jeden Fall wirft die Scheibe eine Hand voll Melodien ab, die man sich gerne wieder reintut. Außerdem ist sie mir einfach grundsympatisch und den Platz in den Jahrescharts hat sie sich einfach verdient!

 

Blood Red Shoes - Fire Like This

Blood Red Shoes - Fire Like This

#6 – Blood Red Shoes: Fire Like This

Die Blood Red Shoes sind für mich eine der Neuentdeckungen des Jahres und ihr Album lief bei mir im Frühjahr auf Dauerrotation. Mehr gibt’s da eigentlich nicht zu sagen. Klasse Scheibe.

 

Donots - The Long Way Home

Donots - The Long Way Home

#5 – Donots: The Long Way Home

Ich glaube, ich habe hier schon öfter kundgetan, dass ich die Donots bis zu diesem Album eigentlich gar nicht leiden konnte. Falls nicht: Ich konnte die Donots bis zu diesem Album wirklich überhaupt nicht leiden. Und ich habe mich selbst erschrocken, als ich mir Gedanken über diese „Bestenliste“ gemacht habe, dass jetzt tatsächlich diese Band, die schon immer in den Regionen, denen ich mit freundlicher Ablehnung gegenüberstand, unterwegs war – dass jetzt die so weit nach oben rutschen sollen. Ja, sollen sie. Der meistgehörte Soundtrack für die BVG dieses Jahr, würde ich ungeprüft behaupten. Dolles Ding.

 

The Gaslight Anthem - American Slang

The Gaslight Anthem - American Slang

#4 – The Gaslight Anthem: American Slang

Das „most-anticipated Album of 2010“ (SPIN) ist mit laaanger, laaanger Rotationsdauer dann doch immer besser geworden, auch wenn ich mit When We Were Young zum Beispiel immer noch nicht per Du bin. Lange gab mir das Album wenig und erst mit dem Live-Erlebnis im Hinterstübchen wuchsen einige Songs weiter. Boxer oder Orphans hatten das von Anfang an nicht nötig, manch anderes Lied auf diesem Spin-Off vom immer noch geileren Vorgänger schon. Hätte ich in der Platte nicht den musikalischen Messias des Jahres erwartet, fände ich sie wahrscheinlich einfach nur gut. So bleibt ein kleiner Beigeschmack enttäuschter Hoffnung.

 

Gisbert zu Knyphausen - Hurra! Hurra! So nicht.

Gisbert zu Knyphausen - Hurra! Hurra! So nicht.

#3 – Gisbert zu Knyphausen: Hurra! Hurra! So nicht.

Der Einstieg in die Top 3 gerät leise und subtil und ausnehmend wunderbar: Wer kriegt denn bitte drei Satzzeichen in einem Albumtitel unter? Das kann doch nur ein Mensch schaffen, der selbst unter einem Namen auftritt, den man auf keinem Plattencover erwarten würde! Ich finde jedes Mal wieder verblüffend, wie einfach seine Lyrik ist: „Das war das letzte Mal, / dass ich dich so voller Liebe lachen sah. / Es gab viele Tränen hinterher. / Trag dieses Lachen bei dir, wenn du gehst. / Ich mag es sehr.“ So einfach – und das Schönste, was 2010 in deutscher Sprache gesungen wurde.

 

Mogwai - Special Moves

Mogwai - Special Moves

#2 – Mogwai: Special Moves

Ich gebe zu, noch stärker als das Live-Album (ja, schon wieder live) ist die beiliegende DVD Burning. Was die für einen Wums produziert – Wahnsinn. Und mit dieser profanen Beschreibung wird man ja keiner einzigen der sensiblen Kompositionen der Schotten gerecht. Die Wucht und Gewalt ihrer Songs überkommt einen nicht durch zur Schau gestellte Härte, sondern durch eine ungeheure Intensität des Sounds. Mir fehlen ein Stück weit die Worte, anders oder deutlicher zu beschreiben, warum mich dieser Tonträger so gepackt hat. Ja, wer Böses will, sieht nur eine Quasi-Best-Of in Special Moves. Aber ich lasse mich von Mogwai lieber weiter umwerfen, als ihnen Böses zu wollen.

 

Rocky Votolato - True Devotion

Rocky Votolato - True Devotion

#1 – Rocky Votolato: True Devotion

Das beste Album kam 2010 von Rocky Votolato. True Devotion ist meiner Meinung nach so rund und voller Schönheit, ohne jeden Ausfall und gleichzeitig unglaublich bescheiden, sehr schlicht, entwaffnend ehrlich und emotional. Ein ganz großes Werk von Songwriterei. Ein tolles Kunstwerk, das nicht „Hier bin ich!“ schreit, sondern so ist, wie es ist und gefunden werden muss, weil es ganz unauffällig an der Wand prangt. Und wer es einmal für sich entdeckt hat, will es umarmen und nicht mehr loslassen.

Eine Übersicht über die vielen, vielen Musik-Blogs, die heute ihre Ranglisten für das ablaufende Jahr veröffentlichen dürften oder schon veröffentlicht haben, werdet ihr im Laufe des Tages bei Vinyl Galore finden. Keine Übersicht, aber eine gemeinsame Rangliste wird es geben, sorry. Das Zusammenzählen aller  Top 10’s dauert noch ein bisschen. Danke für’s Anschieben und Anfragen, Martin!

Was waren eure Alben des Jahres? Was haltet ihr von den oben genannten Alben? Von welchen Alben soll die ganze Welt erfahren? Ich freue mich auf eure Kommentare.

5 Kommentare leave one →
  1. Will Malecken permalink
    19. Dezember 2010 04:19

    Toller Beitrag und ein Muss für jeden Jahresrückblick.Mogwai Scheibe in der Tat brilliant. (Live Album nicht gleich Best of)

  2. 19. Dezember 2010 17:25

    Oh, die Donots habe ich ja ganz vergessen.
    War auch diese mal wieder auf einem Konzert, wie ich es bei jeder Donots-Tour handhabe.
    Hier in Münster begegnet man den Jungs auch des öfteren beim Joggen!

  3. Frank permalink*
    19. Dezember 2010 22:09

    @Will Doller Name. :-P

    @Basti: Muss zugeben, dass ich mit der in deinem Blog veröffentlichten Liste so nicht mitgehen würde. ;-)

  4. 20. Dezember 2010 02:26

    Hihi, sehr nice, da hast du uns ja inne illustre Runde geschickt. Frohe Weihnachten dir :-)

    Love, Michél und TLB

Trackbacks

  1. 2010 – Ein Jahr in Scheiben « akkordarbeit

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