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Davy Knowles & Back Door Slam waren in Berlin

25. Oktober 2010

Davy Knowles & Back Door Slam
24. Oktober 2010 – Berlin, Frannz

Eigentlich bin ich nur mit einem Freund zu einem Konzert gegangen. Eigentlich wollte ich gar kein Review schreiben. Eigentlich. Aber was der Typ da gestern an der Gitarre fabriziert hat, hat mich umgehauen: Davy Knowles & Backdoor Slam spielten gestern Abend im Frannz.

Dabei waren die Vorzeichen keine allzu guten: Wenn man von einem Konzert ausschließlich durch die Website des Musikers erfährt, aber weder Flyer noch Plakate auftauchen, ist das ja schon mal komisch. Vor Ort bestätigte sich der Eindruck: Wer das Frannz kennt, weiß, dass 40 Leute den Raum beileibe nicht ausfüllen. Wer es nicht kennt, kann sich’s denken. Der Support Marceese war dann auch nicht der Rede wert. Und als der Main Act auf die Bühne kam, war ich einigermaßen verblüfft und Opfer meiner eigenen Klischee-Bilder geworden, schließlich sollten Blueser vor meinem geistigen Auge nicht 22 Jahre jung sein und aussehen, als würden sie zur Wahl des nächsten Bravo-Boys antreten.

War nach dem ersten Song natürlich vergessen, dieser Quatsch. Einen Ton hat der Typ! Klar, die Songs sind nicht die Neuerfindung des Rads und Titel, die Gotta Leave oder Come Home heißen (Setlist), gibt es in der Diskografie so ziemlich jedes Gitarristen. Aber dieser Ton! Wer einwendet, dass man das alles schon gehört hat, mag recht haben. Dem kann man nur erwidern, dass man das schon verdammt lange nicht mehr so gut und frisch gehört hat.

Davy Knowles ist schon mit Gov’t Mule getourt. In ein paar Tagen spielt er in Amsterdam eine Show mit Joe Satriani. Und alles nur wegen dieses Tons, den Davy seiner PRS entlockt. Mal klingen seine Single Notes wie ein Geigenlauf, mal reißt er die Seiten so nah am Bundstäbchen an, dass wahrhaft elektrifizierte Töne entstehen, die einfach nur nach Metall klingen. Ja, Doppel-L, nicht Metal. Weder bei MySpace noch in den Videos bei Youtube wird so richtig klar, wie geil das klang. Und auch wenn Bluesrock momentan zu den wahrhscheinlich uncoolsten Musikrichtungen der Welt zählt, solltet ihr das nächste Mal reinschauen, wenn der schmächtige Brite in der Nähe ist. Am 26. Oktober spielt er in München (Ampere), einen Tag später im schweizerischen Herisau (Nordtrak).

Hier nur mal ein Eindruck von einem etwas älteren Auftritt, immerhin schon mit dem PRS-Setup im Unterschied zu älteren Aufnahmen.

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