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Nachruf – Ein Jahr ohne Muff Potter

28. Juli 2010
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Muff Potter gehören ohne Zweifel zu einer der wenigen Bands, die mich zutiefst berühren und deren Musik mein Menschwerdungsprozess über Jahre massiv geprägt hat. Als das Punk-Rock-Quartett rund um Frontmann Thorsten „Nagel“ Nagelschmidt im Jahre 1993 das Licht der Welt erblickte, anfangs noch eine kleine Welt – rund um die Metropolregion Münster, war ich zwar fast noch Quark im Schaufenster, jedoch seit der Veröffentlichung ihres Werkes „Heute wird gewonnen, bitte“ im Jahr 2003, bin auch ich in ihrem Bann gelandet. Umso erschreckender dann die Nachricht, welche nun auf den Tag genau ein Jahr alt ist.

WIR LÖSEN UNSERE BAND AUF!

irgendwann ist auch mal schluss.
der besiegte sieger macht platz für etwas neues.

Was nach dieser Meldung für Aktionen folgten, lässt sich an einer Hand abzählen: ein paar Konzerte auf der Festival-Saison 2009, Abschlusstour im Winter und Ausverkauf in Huck’s Plattenkiste. Und nun ein Jahr später ist alles was geblieben ist, ein paar Platten im Regal, ein paar Fotos in der Kamera und ein Haufen Erinnerungen an viel zu schöne Momente. Das Gesamtwerk einer der gigantischsten deutschen Bands ever zusammenzufassen, überlasse ich anderen, das einzige was ich an dieser Stelle tun möchte, ist an das gewaltige Erbe der Band zu erinnern. Musikalisch vielleicht nicht immer perfekt, textlich aber immer ganz vorne mit dabei  und mit mehr Herz bei der Sache, als man es heute bei Bands finden kann.

Enden möchte ich an dieser Stelle mit folgender Aussage. Muff Potter, waren, sind und werden immer Legenden bleiben. Man kann ihnen die Trennung nicht böse nehmen, man muss es einfach nehmen wie es ist – oder wie es die Band schon selbst im Jahr 2005 sang:

Wir verlassen diese Gleise,
unseren Weg auf unsere Weise,
du auf deine, ich auf meine.

(22 Gleise später)

Das war er nun, mein emotionalster Artikel, der bis jetzt hier bei akkordarbeit erschienen ist. Danke fürs Lesen, ich freue mich über Wortmeldungen in den Kommentaren und gehe solange Taschentücher holen.

3 Kommentare leave one →
  1. Cornell permalink
    28. Juli 2010 13:40

    Wie wahr, wie wahr :(
    Schöner artikel!

  2. claudia permalink
    20. März 2011 21:27

    ich vermisse diese Band und diese Musik sooo sehr. Und es ist für mich nur ein geringer trost, das Nagel ab und zu auf der Bühne erscheint um sein (gutes) Buch vorzustellen. Ich will sie so wie früher, mit den gleichen Glücksmomenten wieder haben. Aber auch ich muss den Gang der Zeit respektieren.

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