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„We’ll have all the best stories to tell“

22. Dezember 2009
by

Frank Turner – 11. Dezember 2009 – Berlin, Magnet

Wenn man am Ende des Jahres Bilanz zieht, wer eigentlich die besten Musiker des Jahres waren, steht 2009 Frank Turner ganz oben auf der Liste. Nicht weniger als drei Alben hat er in Deutschland veröffentlicht in den letzten sechs Monaten, in England ist er zu einem richtigen Star geworden in einem an musikalischen Stars nicht armen Land und auch durch die USA tourt er quasi ununterbrochen. Nachdem er Anfang des Jahres The Gaslight Anthem auch in Deutschland supportete und hierzulande auf sich aufmerksam machte, absolvierte er im Dezember schließlich seine erste Headline-Tour in good oiled Germany und spielte in mehrheitlich ausverkauften Clubs, so auch in Berlin.

Während die zwei sympatischen finnischen Chaoten Jaako & Jay die Menge vor der Bühne vorbereiten, füllt sich der Club und bestätigt die Ankündigungen: „Sold out!“ Von den Indie Girls bis zum verkappten Metalhead hat sich an diesem Abend eine interessante Mischung versammelt.

Frank Turner im Magnet

Die einen, die Frank Turner auch noch von seiner Tätigkeit in der Hardcore-Band Million Dead kennen könnten, die anderen, die den zuckersüßen Melodien seiner Mitsingnummern genauso erlegen sind wie seinem simplen aber charmanten Lagerfeuergitarrenspiel.

So sehr die drei Veröffentlichungen im Jahr beeindrucken – im Lichte betrachtet, kommt man nicht umhin zuzugeben, dass einige Nummern auf den CDs lediglich Füllnummern sind. Zum Glück hat er die für sein Tourset ausgespart. Live Fast, Die Old, Reasons not to be an Idiot, Don’t try this at home – Hits, Hits, Hits, über die manche glücklich wären, wenn sie auch nur einmal im Leben einen davon schreiben würden. Der sympatische Engländer schüttelt sie einfach aus dem Ärmel.

Außerdem versucht sich im Deutsch Lernen und lässt sich von seinem Keyboarder Matt den wunderschönen Satz „Du hast wunderschöne Augen, mein Mausipupsibärchen“ beibringen. Schon am 4.September im Ramones Museum, bei seiner im eigentlichen Sinne ersten Headline Show in Deutschland, wie er richtig bemerkt, hat er sich an Westernhagens Freiheit ausprobiert. Für einen Refrain ist er sich auch im Magnet nach lautstarker Aufforderung aus dem Publikum nicht zu schade.

Den einzigen Ausfall des Abends bietet Sons of Liberty mit seinem beängstigend manowartigen Interlude. Dagegen ist das Mundharmonika-Solo in Dan’s Song ein Traum, gespielt von einem Zuschauer, der etwas schwer verständlich als Dörn vorgestellt wird. Oder war’s Dirk? Björn? Zumindest wäre Dan stolz gewesen. Auf Dörn oder so und erst recht auf Frank. Spätestens als nach einer Stunde bei den Zugaben The Ballad Of Me And My Friends und Photosynthesis der ganze Club singt.

Da es so aussieht, als würde 2010 wieder ein Year of Endless Touring für Frank Turner werden, sei hier eine eindeutige Empfehlung ausgesprochen. Fotos von der Show findet ihr zum Beispiel auf Musikinstinkt.de.

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