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studiVZ + Intro + iTunes = Lieblingslieder?

28. Mai 2009

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die in letzter Zeit relativ umtriebige studiVZ Ltd. auch Songs zum Download anbieten würde, seit sie in Kooperation mit LiveDome auch live Konzerte streamt und damit Neuland betreten hat – die Musik. Vielmehr werden die Dateien verlost, muss man korrekterweise erwähnen, es geht nicht um Geld – nicht für die User.

Wenn es um werbewirksame Musik-Downloads geht, dann führt kein Weg an iTunes, dem Apple-Music-Store, vorbei (was ich nebenbei bemerkt sehr bedauerlich finde, Stichwort Monopole). Nun bin ich ohnehin nicht gut auf (kostenpflichtige) Musik-Downloads zu sprechen. Ich liebe es, eine CD mit einem Coverdruck, einem Booklet und einer womöglich liebevoll gestalteten Hülle in der Hand zu haben. Dafür gebe ich gerne Geld aus.

Warum laden aber Millionen Menschen bei iTunes?

Ich rede nicht von Musik, die in unseren Breiten nicht erhältlich wäre (Da wäre der Download auch in meinen Augen verständlich und stellt eine tolle Möglichkeit der globalen Distribution dar, ohne Frage.) und schon gar nicht von Tracks – so weit ist es schon gekommen! – die exklusiv in digitaler Form veröffentlicht werden, so wie im April (?) eine B-Seite der Toten Hosen. (Da geht mir salopp gesprochen der Hut hoch. Warum macht man das? Ist der Profit, der mit einem exklusiv digital veröffentlichten, nicht oft beworbenen Song, einer Coverversion von Elvis Costellos What’s so funny ‚bout peace, love and understanding, gemacht wird, so hoch, dass man sich den Groll der nicht wenigen, eher „traditionellen“, an Vinyl und CD gewohnten Fans gerne zuzieht? Wohl eher nicht. Die Spekulation, dass Apple dafür eine beträchtliche Summe locker gemacht hat, dass der Song nicht in physischer Form erscheint, ist wohl eher korrekt.) Dass man solch einen Song herunterlädt, weil man ihn haben will und nun mal nicht anders bekommt, ist auch noch halbwegs verständlich.

Warum um alles in der Welt sollte man Geld für Downloads ausgeben,

  • a) deren physische Pendants, oft sogar billiger, im Geschäft nebenan erhältlich sind;
  • die b) mit einem Digitalen Rechte Management verseucht sind, welches diesen Namen nicht verdient, sondern eigentlich Käufer-Bevormundung heißen müsste;
  • und die c) dann auch noch nur auf den Geräten einer einzigen Firma abspielbar sind, welche wiederum
  • d) zu den teuersten überhaupt gehören.

Ich komme schon wieder vom Hundertsten ins Tausendste, weil mich dieses Thema beschäftigt. Schließlich war das auch ein Beweggrund, dieses Blog zu starten. Als CD-Freund freue ich mich zwar über Pre-Listenings und ähnliches im Netz (völlig unabhängig von iTunes, da hat sich ja eher MySpace als erste Anlaufstelle etabliert.), kann aber überhaupt kein Verständnis dafür aufbringen, Geld für Downloads auszugeben. Also suche ich nach kostenlosen Angeboten, schließlich ist der Geldbeutel für den regelmäßigen CD-Kauf auch nicht unendlich tief.

Zurück zu dem Aufhänger des Artikels: studiVZ und iTunes also unter den Mitgliedern der Gruppe „Lieblingslieder“ monatlich Song-Downloads. Die Gruppe hat derzeit 37.342 Mitglieder (23:20). In den Teilnahmebedingungen an dieser Verlosung ist die Rede von 150.000 Download-Codes, die verlost werden. Mit anderen Worten bis die Grenze von 150.000 Mitgliedern überschritten ist, bekommt jedes Mitglied einen Code geschenkt.

Will man ihn einlösen, muss man sich, oh Wunder, bei iTunes registrieren, die Software installieren und die Dateien lassen sich natürlich auch nur auf Apple-Geräten abspielen. So gewinnt man heute Kunden.

Das Beste kommt zum Schluss: Dieser Mist wird präsentiert von Intro! Diesem eigentlich ganz netten, sympatisch und bisweilen etwas pseudointellektuell über Musik schreibenden Gratis-Magazin aus Köln. Herzlichen Glückwunsch Intro, ihr ward für ich zwar schon immer die schlechtere unclesally*s, aber nun habt ihr euch in meinen Augen selbst disqualifizert.

4 Kommentare leave one →
  1. Family Guy permalink
    3. Juni 2009 11:37

    Wow. Dein ganzer Greuel so kompakt zusammengefasst, hehe.
    Was mir beim Lesen in den Sinn kam: Metallica, die weltweit wohl größte Heavy Metal Band aller Zeiten, lassen jedes ihrer Konzerte vor Ort mitschneiden, um sie letztendlich auf http://www.livemetallica.com als kostenpflichtigen Download im mp3-, sowie führ high-quality Genießer im Flac-Format anzubieten. Dabei handelt es sich um ein teures und kompliziertes Unterfangen. Nicht, nur, dass so ein Download 10-15 US-$ kostet, wer weiß schon, was passiert,wenn benannter Download durch unerklärliche Gründe wortwörtlich „abkackt“?! Selbst der Gedanke,ein eigen erlebtes Konzert somit als Audio-Datei verfügbar zu haben, würde mich nicht veranlassen jemals dort ein Konzert herunterzuladen. Warum eine Band, die so fett im Business ist wie Metallica, so etwas so kommerziell ausbeuten muss, weiß wohl keiner so genau. Doch ich schweife wohl ab.

    Es ist für mich ebenso unerklärlich, wieso neuerdings ein Download der physischen Variante des Produkts vorgezogen wird. Was passiert denn mit besagten Downloads? Sie werden lieblos gezogen, versauern auf der Festplatte oder wie hier erwähnt in iTunes. Ich möchte auch Apple&Co gar nicht schlecht machen, noch missen. Ich bin selber Besitzer eines iPods, den ich wohl hüte wie mein Augapfel, da sich auf ihm meine gesamte Musik befindet. Dazu benötige ich auch iTunes. Ein großartiges Programm,über welches als einziges Programm auf meinem PC die Musik archiviert wird. Jedoch musste ich mich entscheiden und das muss wohl letztendlich jeder mit sich selbst ausmachen. Ich benutze kein WinAmp, kein Windows Multimedia Player, denn meine Wahl fiel auf iTunes. Jedoch benutze ich es nur zur Synchronisation mit meinem iPod, als wie bereits erwähnt für das Archivieren meiner Musik – was wohl beides in Verbindung zueinander steht. Im iTunes Store bin ich nicht registriert, weil diese Downloads nichts für mich sind. Zwar benutze ich wohl (momentan) ausschließlich iTunes, jedoch der Gedanke, meine kostenpflichtigen Downloads nur via diesem Programm abspielen zu können ist für mich Abschreckung genug. Und letztendlich ziehe ich wohl jedem Download eine liebevoll gestaltete DigiPak Variante eines Albums vor.Da hat man etwas in der Hand, das mag ich. Soviel dazu.

    MfG

    der Family Guy

  2. Family Guy permalink
    8. Juni 2009 03:02

    Ah, im Übrigen. Dass allgemein Downloads via iTunes-Store auch nur bei iTunes laufen, soll wohl ein weitverbreiteter Irrtum sein. Wurde mir gesagt. Dabei handelt es sich wohl in den meisten Fällen um eine „Einstellungssache“. Nunja. Nicht probiert und [habs] auch nicht vor. Nur als Randnotiz gedacht.

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  1. Rolling Stone feiert Geburtstag « akkordarbeit

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