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Rammstein: Geschehnisse der letzten Woche

24. Juli 2009

Ich konnte grad nicht nachgeben und musste noch mal sortieren, was in den letzten Tagen bei Rammstein passiert ist. Wer Bock hat, darf lesen:

Nachdem am 16. Juli ein bisher unveröffentlichter Song namens Liebe ist für alle da an die Öffentlichkeit gelangte und sich wie ein Lauffeuer in Fanforen und auf Youtube ausbreitete, schickten sich das Rammstein-Management und die Plattenfirma Universal an, sich so unbeliebt zu machen wie anno 2000 der kleine Däne hinter der Schießbude einer Mittelklasse-Band aus Kalifornien, als er auf Napster einschlug.

Abmahnungen gegen Fans und die Presse

Rammstein mahnten die Fanseiten Rammstein Austria und herzeleid.com ab. Die aktuelle Herzeleid-Site wurde durch eine 10 Jahre alte ersetzt; Rammstein Austria leitet mit dem Satz “Danke an euch alle!!!” alle Domainanfragen in das Forum um und hat den Betrieb der Seite ebenfalls eingestellt. Auch portugiesische und französische Fanseiten berichten, dass sie vom Rammstein-Management angeschrieben wurden. Der genaue Vorwurf, dem sich die Betreiber der Fanseiten und -foren ausgesetzt sehen, ist nicht bekannt. Klar ist nur, dass innerhalb kurzer Zeit in den Foren Links zum Song Liebe ist für alle da und neue Promo-Fotos von Olaf Heine gepostet wurden – nicht durch die Betreiber der Foren, sondern durch die Nutzer wohlgemerkt. Die Abmahnungen enthielten offenbar Zahlen, die groß genug waren, die Forenbetreiber dennoch in die Knie gehen zu lassen.

Schlimmer: Die Augsburger Allgemeine hatte in ihrer Online-Ausgabe von dem Leak berichtet und wurde kurz darauf ebenfalls vom Management abgemahnt. Die Reaktion:

Aufgrund einer Abmahnung durch das Rammstein-Management und einem nun laufenden Rechtsstreit mussten wir den Bericht “Rammstein: Neues Lied geistert durchs Netz” leider erst einmal aus unserem Online-Angebot und dem Forum nehmen. Wir prüfen derzeit das weitere Vorgehen und bitten um Verständnis.

Die Redaktion

Offensichtlich gelingt es den Anwälten von Universal und Pilgrim also recht gut, einschüchternde Abmahnungen zu verfassen. Auch hier ist nicht klar, wie der Vorwurf genau lautet. Zwar verstößt die Veröffentlichung von Promo-Fotos ohne Genehmigung und das Zitieren einzelner Zeilen aus dem Text des Songs, wie es die Augsburger Allgemeine getan hat, gegen das Urheberrecht, jedoch trifft beides nicht auf laut.de zu, eines der größten deutschsprachigen Online-Musikmedien, welches erst heute davon berichtet, dass auch laut.de am Montag eine Abmahnung ins Haus flatterte.

Nun hat laut.de weder einen Link zu dem geleakten Song noch erwähnte Pressefotos veröffentlicht, nicht aus dem Text zitiert und nicht dazu aufgefordert, sich den Song zu besorgen. Warum reagiert das Band-Management dann mit Abmahnungen und verprellt jene, die in drei Monaten zum anstehenden Albumrelease wieder möglichst wohlwollend berichten sollen?

Warum der Kampf gegen die Windmühlen?

Die Reaktion von Rammstein scheint Ausdruck einer Kontrollwut zu sein, die sich auch im Ticketverkauf für die Tour äußerte. Exklusiv über den bandeigenen Shop, für Mitglieder der kostenpflichtigen Community bevorzugt und auf 2 Tickets pro Bestellung limitiert – so sahen die Konditionen aus, gepaart mit einer technischen Performance, welche in ihrer Grottigkeit ihres gleichen suchte, als hätte man nicht geahnt, dass es einen Ansturm geben würde. Das ist eine Kontrollwut, die in Zeiten des Internets allerdings ins Leere läuft und nur für Frustration auf allen Seiten sorgt. Erst recht lässt sich so keine Berichterstattung verhindern.

Es bleibt abzuwarten, wie das weitere Vorgehen des Managements und seiner Anwälte aussehen wird. Möglicherweise verlaufen die Drohungen im Sand, aber die Tatsache, dass laut.de sich zumindest erst einmal nicht hat einschüchtern lassen, lässt darauf hoffen, dass sie die Sache im Auge behalten und ein hoffentlich größeres Medienecho erzeugen. Bisher sind Reaktionen nur in den betroffenen Fanforen und unter den laut.de-Lesern vernehmlich zu Tage getreten. Die Informationen wurden erst durch einige wenige Foren und Blogs getragen. Eine breite Berichterstattung steht noch aus, sodass vermutlich auch noch nicht viele Fans Notiz genommen haben. Vielleicht wenden sich aber auch erst Anhänger von der Band ab, wenn beim Konzerteinlass nach Augenfarbe, Kontonummer und Schwanzlänge gefragt wird…

Bisher zum Thema:

Neuer Rammstein-Song im Umlauf, 16.07.09
laut.de: Rammstein verklagen Fanseiten, 18.06.09
Rammstein mahnt Tageszeitung ab, 19.06.09
Rammstein mahnen auch laut.de ab, 23.07.09

8 Kommentare leave one →
  1. 24. Juli 2009 19:48

    that sums it up

  2. 27. Juli 2009 09:14

    ich muss schon sagen, deine artikel werden von tag zu tag immer besser, was sich hier für ein haufen trackbacks ansammelt, spricht bände an qualität

  3. Barbara permalink
    27. Juli 2009 19:03

    Und wo ist der download link dazu? ;-)

Trackbacks

  1. kühlschranknotizen » Keine Links, 2, 3, 4
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